Unterwegs und auf dem PlatzRatgeber

Sicherheit beim Camping

Bei Gewitter suchst du ein Gebäude oder ein geschlossenes Auto auf, denn ein Zelt ohne Metallgestänge schützt so wenig wie der Aufenthalt im Freien. Vor Sturm sicherst du lose Gegenstände und verfolgst die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Die Flüssiggasanlage im Wohnmobil muss alle 24 Monate geprüft werden, und Wertsachen lässt du am besten zu Hause.

Dunkle Gewitterwolken ziehen über einem Campingplatz am See auf, Zelte und ein Wohnwagen stehen auf der Wiese
Bild: KI-generiert

Auf dem Campingplatz bist du dem Wetter näher als in jedem Haus. Ein Zelt hält Regen ab, aber keinen Blitz, eine Markise verträgt keine Sturmböen, und ein Platz am Fluss kann bei Hochwasser schnell nass werden. Dazu kommen Gas im Wohnmobil, offene Flammen und Diebe, die auf Rastplätzen und Stellplätzen nach Gelegenheiten suchen. Mit ein paar festen Gewohnheiten senkst du diese Risiken deutlich. Was sonst rund um den Aufenthalt auf dem Platz wichtig ist, steht unter Unterwegs und auf dem Platz.

Wetterwarnungen im Blick behalten

Schwere Stürme kündigen sich meist einige Tage vorher an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, die Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Warn-App NINA zu verfolgen [2]. Der DWD warnt in vier Stufen. Bei Wind beginnt Stufe 1 mit Windböen über 50 Kilometern pro Stunde; Sturmböen von 65 bis 89 Kilometern pro Stunde und schwere Sturmböen von 90 bis 104 Kilometern pro Stunde gehören zu Stufe 2, orkanartige Böen und Orkanböen ab 105 Kilometern pro Stunde zu Stufe 3 [4]. Ein Gewitter wird zum starken Gewitter der Stufe 2, wenn Sturmböen, Starkregen oder Hagel dazukommen; schwere Gewitter der Stufe 3 bringen Hagelschlag, heftigen Starkregen oder orkanartige Böen, gegebenenfalls mit Tornadogefahr [4].

Für den Fall, dass ein Unwetter den Strom ausfallen lässt, rät das BBK, ein batteriebetriebenes Radio und Taschenlampen bereitzuhalten, dazu eine gut ausgestattete Hausapotheke [2]. Im Zelt oder Wohnmobil übernimmt die Reiseapotheke diese Rolle. Bei einer Unwetterwarnung empfiehlt das BBK außerdem, Termine zu verschieben und dringende Besorgungen zu erledigen, bevor das Unwetter beginnt [2]. Auf Reisen heißt das: Einkauf und Tanken vorziehen, die Tagestour verschieben und das Lager vorbereiten, solange es noch ruhig ist. Die NINA-App zeigt laut BBK nicht alle Wetterwarnungen: Es fehlen unter anderem Warnungen der niedrigsten Stufe und die Indizes für UV-Strahlung und Waldbrandgefahr, das vollständige Spektrum bietet die Warnwetter-App des DWD [11].

Gewitter: raus aus dem Zelt

Ein Zelt ohne Metallgestänge und ein Wohnwagen ohne Metallkonstruktion sind bei Gewitter nach Angaben des VDE-Ausschusses Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB) genauso gefährlich wie der Aufenthalt im Freien [3]. Sind Gebäude oder Autos in der Nähe, suchst du sie bei Gewitter auf [3]. In einem Fahrzeug bist du laut BBK sicher; du bleibst drin und berührst keine blanken Metallteile [1]. Auf vielen Campingplätzen bietet sich das Sanitärgebäude oder die Rezeption als Unterstand an.

Ein Kombi parkt bei starkem Regen neben einem kleinen Zelt, im Wageninneren brennt schwaches Licht
Bild: KI-generiert

Schon beim Aufbauen kannst du vorbeugen. Der VDE ABB rät, Zelte, Caravans und Wohnwagen nie an exponierten Stellen aufzustellen, also nicht auf Anhöhen, direkt neben Stangen und Masten, am Waldrand oder unter allein stehenden Bäumen [3]. Zu benachbarten Zelten und Campingwagen hältst du mindestens drei Meter Abstand und spannst keine metallenen Spanndrähte zwischen ihnen [3]. Zieht ein Gewitter auf, unterbrichst du alle Leitungen zum Stellplatz, indem du die Stecker ziehst, und baust Außenantennen ab oder ziehst sie ein [3].

Bist du draußen unterwegs und kein Gebäude ist in Sicht, gehst du laut BBK mit eng zusammenstehenden Füßen auf den Fußballen in die Hocke, möglichst in einer Mulde [1]. Meide offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten und Antennen, lehn dich nicht an Zäune und halte zu Überlandleitungen mindestens 50 Meter Abstand [1]. Gegenstände mit Metallteilen wie Regenschirme oder Fahrräder fasst du bei Gewitter nicht an [1].

Sturm und Hagel

Bei einer Unwetterwarnung empfiehlt das BBK, bewegliche Dinge im Außenbereich gegen Sturmböen zu sichern, zum Beispiel Fahrräder und Gartenmöbel [2]. Auf dem Campingplatz sind das Stühle, Tische, Sonnenschirme, Pavillons und die Markise. Bei Sturm suchst du Schutz in einem Gebäude und meidest ungeschützte Orte, an denen dich Hagel oder mitgerissene Gegenstände treffen könnten [1]. Wirst du ohne Schutz von Hagel überrascht, legst du dich flach auf den Boden und schützt Kopf und Nacken mit den Händen [1].

Ein Mann um die vierzig rollt bei Wind die Markise eines weißen Wohnwagens ein, daneben gestapelte Klappstühle
Bild: KI-generiert

Nach dem Unwetter bleibt Vorsicht nötig: Im Wald können herabstürzende lose Äste oder umgeknickte Bäume noch Menschen verletzen. Das BBK rät, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und sich im Zweifel bei der Gemeinde zu erkundigen, ob der Wald wieder sicher betreten werden kann [9]. Wie du Heringe und Abspannleinen richtig setzt, steht unter Zelten: Camping mit dem Zelt.

Hochwasser und Starkregen

Viele Campingplätze liegen an Flüssen und Seen. Nach starkem Regen kann das Wasser steigen, auch wenn es am Platz selbst kaum geregnet hat. Aktuelle Hochwasserwarnungen und Pegel zeigt das Länderübergreifende Hochwasserportal, eine gemeinsame Initiative der deutschen Bundesländer; es verlinkt auch die Wetterwarnungen des DWD und das Niederschlagsradar [10]. Gilt für deinen Fluss eine Hochwasserwarnung, fragst du an der Rezeption, ob der Platz betroffen ist und wohin du im Notfall ausweichen kannst. Bei einem überfluteten Keller ist laut BBK beim Betreten Vorsicht geboten, weil ein Stromschlag droht, wenn dort der Hausanschlusskasten sitzt; elektrische Geräte nimmst du nur in Betrieb, wenn sie nicht feucht geworden sind [9]. Auf dem Platz gilt das auch für Stromkabel und Verteiler, die im Wasser gelegen haben.

Gas im Wohnmobil und Wohnwagen

Eine fest eingebaute Flüssiggasanlage zum Kochen und Heizen muss nach § 60 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vor der ersten Inbetriebnahme, nach prüfpflichtigen Änderungen und danach im Abstand von jeweils 24 Monaten nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 geprüft werden, auf Kosten des Halters [7]. Nach § 72 Absatz 15 StVZO ist § 60 seit dem 19.06.2025 anzuwenden; für ältere Fahrzeuge, deren Anlage noch nie nach G 607 geprüft war, galt nach Absatz 16 die Frist bis zu diesem Tag [12]. Auch TÜV NORD nennt diesen Stichtag als Beginn der einheitlichen Prüfpflicht für Freizeitfahrzeuge [8]. Geprüft werden unter anderem Dichtheit, Flaschenhalterung, Lüftungsöffnung im Gaskasten, Abgasrohre und das Alter von Schlauch und Druckregler; Gasregler, Gasschläuche, Sperrhähne und fest installierte Gasflaschen müssen nach zehn Jahren getauscht werden [8]. Ist alles in Ordnung, gibt es eine Plakette mit Jahr und Monat der nächsten Prüfung [8].

Was bei Gasgeruch zu tun ist, warum ein Grill im Zelt lebensgefährlich ist und wie du Gasflaschen richtig wechselst, steht ausführlich unter Kochen beim Camping.

Feuerlöscher an Bord

In Deutschland ist ein Feuerlöscher im Fahrzeug nicht vorgeschrieben, der ADAC empfiehlt aber, für den Notfall einen mitzunehmen [6]. Wer wie im Wohnmobil genug Platz hat, sollte laut ADAC zu einem 2-Kilo-Pulverfeuerlöscher greifen, der auch für fortgeschrittene Entstehungsbrände reicht [6]. Die vom ADAC getesteten Geräte ersetzt du nach spätestens fünf Jahren, weil die volle Funktion danach nicht in jedem Fall gewährleistet ist [6]. Der ADAC rät außerdem zu einer Einweisung durch einen Fachmann oder einer Übung vor dem Ernstfall und dazu, auf die freigegebenen Brandklassen zu achten, gerade bei Fett- und Speiseölbränden [6]. Bei einem Brand bringst du zuerst dich und alle Mitreisenden in Sicherheit; löschen sollte nur, wer es sich zutraut [6].

Ein roter Feuerlöscher hängt in einer Halterung neben der Eingangstür eines aufgeräumten Wohnmobils mit Holzschränken
Bild: KI-generiert

Im Ausland gelten teils andere Regeln. Bevor du mit dem Wohnmobil über die Grenze fährst, prüfst du, welche Ausrüstung das Reiseland vorschreibt.

Diebstahl vorbeugen

Campingfahrzeuge werden häufiger gestohlen als Autos. Nach Stiftung Warentest wurden 2024 von 10.000 in Deutschland kaskoversicherten Camping-Kfz im Schnitt 8 gestohlen, fast dreimal so viel wie bei normalen Pkw [5]. Die Stiftung rät, Wertvolles möglichst zu Hause zu lassen, Bargeld an mehreren Stellen aufzubewahren und Kopien wichtiger Dokumente in der Cloud oder im E-Mail-Postfach abzulegen [5]. Wegfahrkrallen zeigen Dieben, dass das Mobil keine leichte Beute ist, und GPS-Tracker helfen, es nach einem Diebstahl zu orten; professionelle Diebe setzen allerdings Störsender ein [5].

Fenster und Dachluken lassen sich mit Metallaufsätzen und Profilen verstärken, Schiebefenster mit Klemmstangen sichern, und die Türen des Fahrerhauses kannst du beim Abstellen mit Spanngurten von innen festzurren, wie es der ADAC empfiehlt [5]. In beliebten Urlaubsgebieten übernachtest du laut ADAC möglichst nicht auf ungesicherten Parkplätzen oder Raststätten direkt an der Autobahn; Wohnmobil- und Campingplätze sind die bessere Wahl [5].

Unterwegs warnt Stiftung Warentest vor zwei Maschen. Beim Spiegeltrick behaupten Täter einen Schaden am Fahrzeug; du rufst die Polizei und steigst nicht aus. Beim Pannentrick bleibst du im Auto, rufst den Pannendienst und prüfst vor jeder Weiterfahrt die Reifen, weil Kriminelle sie manipulieren können [5].

Die Hausratversicherung greift bei Einbrüchen ins Wohnmobil laut Stiftung Warentest meist nicht; nötig sind eine Erweiterung der Hausratversicherung auf das eigene Kfz oder eine spezielle Inhaltsversicherung für Reisemobile [5]. Was die einzelnen Versicherungen abdecken, erklärt Welche Versicherungen Camper brauchen.

Wer mit dem Rad an der Elbe von Platz zu Platz fährt, findet Hinweise zu Pannen und Notfällen unter Pannen und Notfälle unterwegs.

  1. Behörde Vorsorge und Handeln bei Sturm, Gewitter und Hagel: Was tun bei Sturm, Gewitter und Hagel?. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Vorsorge und Handeln bei Sturm, Gewitter und Hagel: Vorsorgen für Sturm, Gewitter und Hagel. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Blitzschutz beim Camping und Zelten (Fachinformation). VDE Ausschuss Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB). Stand 28.01.2019. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Warnkriterien. Deutscher Wetterdienst. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Einbruch- und Diebstahlschutz beim Campingmobil: Im Optimalfall ist nichts zu holen. Stiftung Warentest. Stand 09.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Feuerlöscher fürs Auto im Test (Thomas Kroher). ADAC. Stand 20.05.2021. abgerufen am 29.10.2026
  7. Gesetz Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 60 Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Gasprüfung für Wohnwagen und Wohnmobile. TÜV NORD. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Behörde Vorsorge und Handeln bei Sturm, Gewitter und Hagel: Handeln nach Sturm, Gewitter und Hagel. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Länderübergreifendes Hochwasserportal. Gemeinsame Initiative der deutschen Bundesländer. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Behörde Warn-App NINA: Warnmeldungen und Bedeutung der Warnstufen. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Gesetz Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 72 Übergangsbestimmungen, Absätze 15 und 16. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.