Camping mit Familie und HundRatgeber

Camping mit Teenagern

Camping mit Teenagern klappt besser, wenn sie den Urlaub mitplanen, einen eigenen Schlafplatz bekommen und Handyzeiten vorher abgesprochen sind. Klärt, ob ein Freund oder eine Freundin mitfährt und welche schriftliche Erlaubnis der Platz dafür verlangt. Auf dem Platz gilt das Jugendschutzgesetz, etwa beim Alkohol.

Ein kleines Einzelzelt wenige Schritte neben einem großen Familienzelt am Waldrand, dazwischen eine Hängematte
Bild: KI-generiert

Mit 13 oder 14 Jahren ändert sich vieles. Jugendliche wollen selbst entscheiden, wie sie ihre Zeit verbringen, brauchen mehr Schlaf am Morgen und halten über das Handy Kontakt zu ihren Freunden zu Hause. Ein Campingurlaub mit der Familie passt dazu nicht automatisch, kann aber gut funktionieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Hinweise unten gelten für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren; für jüngere Kinder gibt es Camping mit Schulkindern.

Teenager mitplanen lassen

Wer mit 15 gefragt wird, wohin die Reise geht, fährt meist bereitwilliger mit als jemand, der vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Bezieh deinen Teenager früh ein: bei der Wahl der Region, des Platzes und der Unterkunft. Lass ihn eine Unternehmung allein aussuchen, etwa einen Kletterwald, einen Kanuverleih oder einen Tag in der nächsten Stadt, und plane dafür im Gegenzug eine eigene Programmidee ein.

Auch die Platzwahl hängt am Alter. Für Teenager sind laut ADAC Sport- und Spielflächen wie Bolzplatz, Tischtennis, Beachvolleyball und Basketballkörbe oft der natürlichste Weg, mit anderen ins Gespräch zu kommen [1]. Ein reiner Ruheplatz ohne Gleichaltrige ist für Jugendliche schnell langweilig. Für die Ferienzeit empfiehlt der ADAC, drei bis sechs Monate im Voraus zu planen [2].

Ein eigener Rückzugsort

Im gemeinsamen Familienzelt gibt es kaum Privatsphäre. Viele Familien lösen das mit einem kleinen zweiten Zelt auf derselben Parzelle, einem eigenen Schlafbereich im Wohnwagen oder einem gemieteten Glampingzelt neben dem Familienstellplatz. Ein Glampingzelt verbindet laut ADAC Zeltatmosphäre mit richtigen Betten und Stromanschluss, was auch das Laden von Handy und Kopfhörern erleichtert [14]. Das zweite Zelt ist die günstigste Lösung, kann aber je nach Platz extra kosten; frag vor der Anreise, was die Preisliste für ein zusätzliches Zelt vorsieht. Was ein Urlaub mit allen Posten kostet, zeigt Was Camping kostet.

Das Innere eines kleinen Zelts mit Schlafsack, Isomatte, Stirnlampe und Rucksack im warmen Licht
Bild: KI-generiert

Ein eigener Schlafplatz hat noch einen Vorteil: Viele Jugendliche gehen später schlafen und stehen später auf als Eltern und jüngere Geschwister. Getrennte Zelte verhindern, dass sich alle gegenseitig wecken.

Handy, Internet und Bildschirmzeit

Für Jugendliche ist das Smartphone der wichtigste Draht zu Freunden. Nach der JIM-Studie 2025 ist WhatsApp die mit Abstand wichtigste App der 12- bis 19-Jährigen [3]. Im Schnitt liegt ihre tägliche Smartphone-Bildschirmzeit bei knapp vier Stunden, bei den 12- bis 13-Jährigen unter drei Stunden, bei den 18- bis 19-Jährigen über viereinhalb Stunden [3]. Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) fällt es schwer, die eigene Bildschirmzeit zu regulieren; zugleich genießen zwei Drittel Zeiten ohne Smartphone und Internet [3]. Rund 30 Prozent sind morgens oft müde, weil sie das Handy nachts zu spät weglegen [3].

Ein Campingtisch mit einem umgedrehten Smartphone, einer Powerbank, einer Tasse und einem Kartenspiel
Bild: KI-generiert

Ein komplettes Handyverbot im Urlaub schneidet Jugendliche von ihren Freunden ab und führt oft zu Streit. Klare Absprachen vor der Reise sind leichter durchzuhalten, zum Beispiel handyfreie Mahlzeiten, eine gemeinsame Wanderung ohne Bildschirm, das Handy nachts außerhalb des Schlafsacks. Wie Familien solche Regeln aushandeln, beschreibt Medienregeln in der Familie vereinbaren. Ob der Platz WLAN hat und wie du unterwegs mobil ins Netz kommst, steht unter Internet beim Camping.

Schlaf und Tagesrhythmus

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren brauchen laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte 8 bis 10 Stunden Nachtruhe [4]. Wer abends lange am Lagerfeuer sitzt oder mit neuen Bekannten über den Platz zieht, holt den Schlaf morgens nach. Ein gemeinsames Frühstück um acht passt dazu schlecht. Lass Jugendliche an freien Tagen ausschlafen und legt gemeinsame Unternehmungen auf den späten Vormittag oder Nachmittag.

Abends gilt die Nachtruhe des Platzes für alle. Der ADAC empfiehlt, älteren Kindern klar zu sagen, bis wann sie draußen bleiben dürfen [1]. Sprich auch über Treffpunkte und darüber, wo ihr zu finden seid, wenn etwas passiert.

Freunde mitnehmen

Ein Freund oder eine Freundin im Gepäck verändert den Urlaub für viele Jugendliche grundlegend, weil sie dann jemanden im eigenen Alter dabeihaben. Für die Eltern des mitreisenden Kindes kommt damit Verantwortung dazu. Kläre vorher schriftlich, was erlaubt ist, wer im Notfall erreichbar ist und wie das Kind krankenversichert ist. Bei Reisen ins Ausland braucht auch der Gast ein gültiges Ausweisdokument; der Personalausweis reicht für Länder außerhalb der EU in der Regel nicht [5].

Campingplätze regeln den Aufenthalt Minderjähriger in ihren Geschäftsbedingungen und Platzordnungen. Ein Beispiel: Nach den Geschäftsbedingungen des Europa-Park Camp Resorts in Rust (Stand 10/2023) sind Aufenthalte von Jugendlichen unter 18 Jahren nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder eines Erwachsenen erlaubt, dem die Eltern die Verantwortung übertragen haben; dafür verlangt der Platz ein schriftliches Dokument der Erziehungsberechtigten [6]. Frag bei der Buchung nach, welches Formular dein Platz für mitreisende Freunde verlangt.

Aufgaben und Verantwortung

Teenager können auf dem Platz vieles allein übernehmen, was jüngere Geschwister noch nicht schaffen: das eigene Zelt aufbauen, einen Abend lang für alle kochen, mit dem Rad Brötchen holen oder den Einkauf im nächsten Ort erledigen. Eine Aufgabe, für die ein Jugendlicher allein zuständig ist, macht den Urlaub ein Stück weit zu seinem eigenen. Verteilt die Dienste am ersten Abend gemeinsam und tauscht sie nach ein paar Tagen.

Mehr Freiheit braucht klare Absprachen. Der ADAC empfiehlt für Familien auf dem Platz verbindliche Rückkehrzeiten, ausgetauschte Telefonnummern mit Nachbarfamilien und die Regel, Bescheid zu geben, bevor man in eine andere Unterkunft geht [1]. Für Jugendliche, die mit Freunden in den Ort wollen, gilt dasselbe: Wohin, mit wem, bis wann.

Jugendschutz auf dem Platz

Das Jugendschutzgesetz unterscheidet Kinder unter 14 Jahren und Jugendliche, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind [7]. Bier, Wein und Sekt dürfen in Gaststätten, Verkaufsstellen und in der Öffentlichkeit nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden, und der Verzehr darf ihnen nicht gestattet werden. Jugendliche (14 und 15 Jahre) dürfen sie nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person bekommen; für Kinder unter 14 Jahren gibt es diese Ausnahme nicht [8]. Andere alkoholische Getränke sind für Kinder und Jugendliche ganz ausgeschlossen [8]. Tabak- und Nikotinprodukte, auch E-Zigaretten, dürfen an Kinder und Jugendliche nicht abgegeben werden, und das Rauchen darf ihnen in der Öffentlichkeit nicht gestattet werden [9]. Das gilt auch für Kiosk, Bistro und Restaurant auf dem Campingplatz.

Sprich offen darüber, was auf dem Platz passieren kann, wenn Jugendliche abends unter sich sind. Eine Abmachung, dass dein Kind dich jederzeit anrufen oder abholen lassen kann, ohne Ärger zu bekommen, hilft in schwierigen Situationen mehr als ein Verbot.

Sport, Wasser und Ausflüge

Kanu, Stand-up-Paddling oder Radtouren reizen viele Jugendliche mehr als Spielplatz und Animation. Wer aufs Wasser geht, sollte sicher schwimmen können: Das ist nach der DLRG erst mit dem Deutschen Schwimmabzeichen Bronze der Fall [10]. 2024 ertranken in Deutschland laut DLRG 411 Menschen, 76 Prozent davon männlich, 33 starben beim Wassersport [10]. In Flüssen und im Meer können Strömungen auch geübte Schwimmer in Gefahr bringen [10]. Schwimmwesten beim Leihboot und eine Absprache, wo und mit wem dein Kind unterwegs ist, gehören dazu.

Zwei Stand-up-Paddle-Boards und zwei Schwimmwesten liegen an einem Sandstrand am See, gegenüber Wald
Bild: KI-generiert

Für Tagestouren mit dem Rad eignen sich Flussradwege mit wenig Steigung. Die Elbe bietet sich dafür an, Etappen und Orte stehen unter Elberadweg mit Kindern.

Zecken nicht vergessen

Wer durch Wiesen, Wald und Uferböschungen streift, sammelt leicht Zecken ein. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) rät, nach einem Aufenthalt in Zeckengebieten den ganzen Körper abzusuchen, vor allem Kopf, Haaransatz, Hals, Achseln, Zwischenbeinbereich und Kniekehlen [13]. FSME kommt laut BIÖG vor allem in Baden-Württemberg und Bayern vor, außerdem in Teilen von Hessen, Thüringen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen; Borrelien kommen bundesweit vor, betroffen sind etwa 5 bis 35 Prozent der Zecken [13]. Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen in Risikogebieten mit Zeckenkontakt [13]. Ob sie für deinen Teenager sinnvoll ist, klärst du in der Kinder- und Jugendarztpraxis.

Mit 17 am Steuer

Mit 17 Jahren dürfen Jugendliche im Rahmen des Begleiteten Fahrens die Klassen B und BE erwerben; bis zum 18. Geburtstag gilt die Fahrerlaubnis dann nur für Fahrten im Inland [11]. Mit der Klasse B dürfen sie Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse fahren [12]. Für schwerere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist die Klasse C1 nötig, die frühestens ab 18 Jahren erteilt wird [11, 12]. Welche Klasse für welches Gespann reicht, erklärt Welcher Führerschein für Wohnmobil und Wohnwagen?.

  1. Organisation Camping-Freunde finden leicht gemacht: Treffpunkte und Regeln für Familien. ADAC SE. Stand 16.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC SE. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Studie JIM-Studie 2025 veröffentlicht (Pressemitteilung 4/2025). Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs). Stand November 2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Wie viel Schlaf brauchen Kinder?. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de. Stand 20.07.2016, zuletzt aktualisiert 29.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Reisepässe und Personalausweise. Auswärtiges Amt. Stand 12.09.2024. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Allgemeine Geschäftsbedingungen für den Campingvertrag Europa-Park Resort, Ziffer II.4. Europa Park GmbH & Co Hotelbetriebe KG. Stand 10/2023. abgerufen am 29.10.2026
  7. Gesetz Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 1 Begriffsbestimmungen. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 9 Alkoholische Getränke. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  9. Gesetz Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 10 Rauchen in der Öffentlichkeit, Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Gefahr Ertrinken: Ursachen und Prävention. Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Stand Zahlen für 2024. abgerufen am 29.10.2026
  11. Gesetz Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), § 10 Mindestalter. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig? (Anabel Greefe, Bastian Metzger). ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. Behörde Kinder vor Zecken schützen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de. Stand 03.03.2025. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation Mobilheim, Glampingzelt oder Schlaf-Fass: Was passt am besten zu wem?. ADAC SE. Stand 20.04.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.