Einstieg ins CampingRatgeber
Camping für Anfänger: der erste Urlaub
Für den ersten Campingurlaub entscheidest du dich zuerst für Zelt, Mietwohnmobil oder Glamping und buchst einen gut ausgestatteten Campingplatz, in der Hauptsaison drei bis sechs Monate im Voraus. Plane wenige Nächte, leih fehlende Ausrüstung aus und komm so früh an, dass du bei Tageslicht aufbauen kannst.

Beim ersten Campingurlaub entscheidet die Vorbereitung viel. Die meisten Probleme entstehen vor der Abreise: falsche Platzwahl, zu spät gebucht, zu viel gekauft oder das Wichtigste vergessen. Die folgenden Schritte führen dich von der Wahl der Campingart bis zur ersten Nacht. Wie viele Menschen inzwischen campen, zeigt die Statistik: 2025 zählte das Statistische Bundesamt fast 44,7 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen, so viele wie nie zuvor [1].
Schritt 1: die Campingart wählen
Bevor du etwas kaufst, entscheidest du, wo du schlafen willst. Für Einsteiger gibt es drei naheliegende Wege.
Mit einem geliehenen oder günstigen Zelt probierst du Camping mit dem geringsten Aufwand aus. Du brauchst dazu Schlafsack und Isomatte und kannst mit Auto, Rad oder Bahn anreisen.
Ein gemietetes Wohnmobil bringt Bett, Küche und meist ein Bad mit. Der ADAC rät Einsteigern, sich vom Vermieter den Stromanschluss und die Gasversorgung erklären zu lassen und vor der ersten Fahrt auf einem leeren Parkplatz zu üben [2]. Bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse reicht der Führerschein der Klasse B [3]. Wer den Führerschein vor 1999 gemacht hat, darf laut ADAC Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen fahren [2]. Kläre mit dem Vermieter, welche Ausrüstung schon im Fahrzeug liegt, damit du nichts doppelt einpackst oder vergisst [2]. Mehr dazu unter Urlaub mit dem Wohnmobil.
Beim Glamping wohnst du in einem fertig eingerichteten Zelt oder einer kleinen Hütte und packst wie für ein Hotelwochenende. Das ist der Weg für alle, die erst einmal sehen wollen, ob ihnen das Leben auf dem Platz gefällt.
Schritt 2: den passenden Platz finden
In Deutschland gibt es laut ADAC fast 3.000 Campingplätze [2]. Für den ersten Urlaub eignet sich ein gut ausgestatteter Platz besser als ein einfacher Naturplatz. Der ADAC nennt für die Platzwahl unter anderem diese Punkte: Lage zu Wasser, Straße, Supermarkt und Arzt, saubere Sanitäranlagen und Waschmöglichkeiten, ein Restaurant oder Brötchenservice, ruhige Zonen und Tempolimits auf dem Gelände sowie die Bewertungen anderer Camper. Wer mit Kindern reist, achtet zusätzlich auf Spielplatz und flache Wege [4].

Eine kurze Anreise hat für das erste Mal Vorteile: Du verlierst wenig Urlaubszeit, und wenn es dir nicht gefällt, bist du schnell wieder zu Hause.
Campingplatz oder Stellplatz
Mit dem Wohnmobil stößt du auf zwei Arten von Plätzen. Ein Wohnmobilstellplatz ist im Kern ein Parkplatz für Wohnmobile. Er ist oft günstig, du kannst zu jeder Tageszeit ankommen und musst dich meist nicht anmelden. Der ADAC sieht ihn vor allem als Notfallstopp [2]. Für einen entspannten ersten Urlaub ist ein Campingplatz mit Sanitärgebäude und Rezeption die bessere Wahl.
Schritt 3: früh buchen und Kosten klären
Spontan einen Platz zu finden, ist in der Hauptsaison kaum noch möglich [2]. Der ADAC empfiehlt, drei bis sechs Monate vor der Reise mit der Planung anzufangen und für Pfingst- und Sommerferien früh zu buchen. Manche Camper reservieren ihren Platz für das nächste Jahr direkt nach dem Urlaub oder bis Weihnachten [4].
Vor der Buchung lohnt ein Blick auf die Preisliste. Der ADAC rät zu klären, ob Strom im Preis enthalten ist oder extra berechnet wird. Dazu kommen je nach Platz Preise nach Altersstufen, Parkplatz, Animation und Kurtaxe. Auch Anzahlung, Kaution und Stornobedingungen gehören zu den Punkten, die du vorher kennen solltest [4]. Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Campingplatzgebühren lagen 2025 laut Statistischem Bundesamt um 28,7 Prozent über dem Stand von 2020, Wohnmobilstellplätze sogar um 32,2 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 21,9 Prozent [1]. Eine Übersicht über die Posten gibt Was Camping kostet.
Schritt 4: packen
Was du mitnimmst, hängt von der Campingart ab. Beim Zelten brauchst du einen warmen, trockenen Schlafplatz, eine Kochmöglichkeit und Licht. Im Wohnmobil sind Bett und Küche vorhanden, dafür kommen Bettwäsche, Geschirr und Technik dazu. Der ADAC nennt für den ersten Wohnmobilurlaub unter anderem Ladegeräte, CEE-Stromkabel, Adapter und Kabeltrommel, Taschenlampe, Müllbeutel, Gewebeband und eine Gießkanne zum Wassernachfüllen [2]. Bettwäsche ist bei Mietunterkünften oft nicht dabei, lässt sich aber manchmal dazubuchen [4]. Dazu kommen Papiere und Gesundheit: Ausweis, Führerschein, Versicherungskarte und Auslandskrankenschutz, außerdem Medikamente, eine Reiseapotheke, Desinfektionsspray und Mückenschutz [2].

Für die Kleidung empfiehlt der ADAC das Schichtenprinzip: Regenjacke, Regenhose, warme Pullover und Schirm, dazu leichte Sachen für warme Tage und lange Kleidung als Schutz vor Mücken [4]. Vier bis sechs Wochen vor der Reise ist ein guter Zeitpunkt, die Ausrüstung durchzusehen und Fehlendes zu besorgen oder auszuleihen [4].
Unsere Camping-Packliste zum Abhaken stellt dir die Liste nach Campingart, Dauer und Mitreisenden zusammen.
Schritt 5: anreisen und aufbauen
Mit dem Wohnmobil plant der ADAC höchstens 500 Kilometer als Tagesetappe und eine Pause spätestens nach drei Stunden, mit Kindern früher [2]. Während der Fahrt müssen alle Insassen angeschnallt sein; Toilette, Kühlschrank und Schlafbereich sind dann tabu [2]. Vor der Abfahrt schließt du Schränke, Fenster und Dachluken und drehst den Gashahn zu [2]. Hunde und Katzen fahren angeschnallt oder in einer Transportbox mit. Nebenstrecken sind oft verkehrsärmer als die Autobahn, und wer sich unsicher fühlt, kann ein eintägiges Wohnmobiltraining zum Rangieren, Bremsen und Kurvenfahren besuchen [2].
Auf dem Platz meldest du dich an der Rezeption an und bekommst deinen Stellplatz zugewiesen oder suchst ihn dir aus. Beim Wohnmobil rät der ADAC, zuerst zur Ver- und Entsorgungsstation zu fahren und den Frischwassertank zu füllen [2]. Danach schließt du den Strom an. Wie das sicher geht, erklärt Strom beim Camping.
Schritt 6: die ersten Tage auf dem Platz
Campingplätze haben in der Regel eine Platzordnung mit Ruhezeiten und Regeln, etwa zum Grillen, zu Hunden oder zum Autoverkehr. Du bekommst sie bei der Anmeldung oder findest sie an der Rezeption. Frag dort auch gleich, wo Frischwasser, Entsorgung und Müllsammelstelle liegen und wie die Stromsäulen abgesichert sind; dann musst du am Abend nicht suchen.

Die erste Nacht im Zelt ist für viele ungewohnt. Draußen hörst du Geräusche, die Hauswände sonst abhalten, und der Boden fühlt sich anders an als die Matratze daheim. Eine gute Isomatte, Ohrstöpsel und eine Stirnlampe griffbereit neben dem Schlafsack helfen.
Plane die Tage nicht so voll wie bei einer Städtereise. Kochen, Abwaschen, Wasser holen und Aufräumen kosten auf dem Platz mehr Zeit als zu Hause. Ein einfacher Speiseplan mit wenigen Gerichten spart Zeit und Abwasch.
Typische Anfängerfehler
Viele Fehler lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden. Einige davon nennt der ADAC ausdrücklich:
- Zu viel Gewicht im Wohnmobil. Wer das zulässige Gesamtgewicht überschreitet, riskiert erhebliche Bußgelder. Prüfen lässt sich das Gewicht auf einer Fahrzeugwaage, etwa in einem ADAC-Prüfzentrum [2]. Wie viel du laden darfst, rechnest du mit dem Zuladungsrechner aus.
- Fehlender Nachweis der Gasprüfung oder leere Gasflaschen. Der ADAC rät, einen gültigen Prüfnachweis dabeizuhaben, die Flaschen gefüllt mitzunehmen und Gasadapter nach Absprache mit dem Vermieter zu nutzen [2].
- Mit vollem Frischwassertank losfahren. Der ADAC empfiehlt, möglichst leer zu fahren, weil das Energie spart; nachgefüllt wird an der Station auf dem Platz [2].
- Übernachten an Autobahnparkplätzen und Raststätten. Dort drohen laut ADAC Einbrüche; besser sind gesicherte Camping- oder Stellplätze [2].
- Ein Mietfahrzeug ungeputzt zurückgeben. Der Camper soll innen so aussehen wie bei der Abholung, Frischwasser, Toilette und Grauwassertank sind geleert [2].
Andere Fehler passieren einfach. Heringe vergessen, Regen beim Aufbau, die Kühlbox ist am zweiten Tag warm: Das gehört beim ersten Mal dazu, und die meisten Plätze haben einen kleinen Laden für das Nötigste.
- Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig?. ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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