Einstieg ins CampingRatgeber
Urlaub mit dem Wohnmobil
Für ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse reicht der Führerschein der Klasse B, darüber brauchst du C1 oder einen Pkw-Führerschein von vor 1999. Lass dir bei der Übergabe Gas, Strom, Wasser und Toilette erklären, achte auf das Gewicht und plane laut ADAC höchstens 500 Kilometer am Tag. Übernachtet wird auf Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen.

Mit dem Wohnmobil hast du Bett, Küche und meist ein Bad immer dabei und kannst jeden Abend an einem anderen Ort stehen. 2025 wurden in Deutschland 75.368 Reisemobile neu zugelassen, das drittbeste Ergebnis aller Zeiten und rund viermal so viele wie neue Wohnwagen; dazu wechselten 111.034 gebrauchte Reisemobile den Besitzer [5]. Neben der Freiheit bringt das Fahrzeug Pflichten mit: Führerschein, Gewicht, Gasprüfung und Entsorgung wollen geregelt sein. Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil mietet, sollte diese Punkte vor der Abfahrt kennen.
Die Bauarten
Wohnmobile unterscheiden sich vor allem darin, wie der Wohnraum mit dem Fahrerhaus verbunden ist. Die Fachzeitschrift Auto Zeitung unterscheidet fünf Bauarten [4].

| Bauart | Aufbau | Länge | Schlafplätze | Einstiegspreis 2024 |
|---|---|---|---|---|
| Kompakter Campingbus | Kleinbus oder Hochdachkombi, fährt sich ähnlich wie ein Pkw, kein vollwertiges Bad | 490 bis 540 cm | 2 bis 4 | ab etwa 45.000 Euro [4] |
| Kastenwagen | Ausbau in einem Transporter, gute Stehhöhe, Bad an Bord | 540 bis 680 cm | 2 bis 5 | ab etwa 40.000 Euro [4] |
| Teilintegrierter | Fahrerhaus des Transporters mit Wohnaufbau dahinter | 600 bis 800 cm | 2 bis 5 | ab etwa 55.000 Euro [4] |
| Alkoven | Aufbau mit Schlafnische über dem Fahrerhaus | 600 bis 800 cm | 4 bis 7 | ab etwa 60.000 Euro [4] |
| Vollintegrierter | Aufbau umschließt auch das Fahrerhaus | 600 bis 900 cm | 2 bis 6 | ab etwa 60.000 Euro [4] |
Der Kastenwagen ist im Alltag handlicher als die großen Aufbauten, hat aber einen teils engen Wohnbereich. Der Alkoven bietet viel Platz und Stauraum, verbraucht wegen seiner Form aber viel und ist anfällig für Seitenwind. Vollintegrierte bieten viel Komfort, sind aber schwer: Manche Modelle mit Dreiachser oder Schwerlast-Fahrgestell wiegen weit über 3,5 Tonnen und sind mit der Klasse B nicht zu fahren [4]. Für Familien mit mehreren Kindern bieten Alkoven die meisten Schlafplätze [4].
Mieten und Übergabe
Mietest du ein Wohnmobil, rät der ADAC, vorher zu klären, welche Ausstattung im Preis enthalten ist, und bei der Abholung auf einer ausführlichen Einweisung zu bestehen. Der Vermieter muss dir unter anderem Gasflasche, Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss, Toilette, Dusche, Bordküche und die zentrale Steuerung erklären [1]. Auffahrkeile zum Ausgleichen von Schräglagen und das CEE-Kabel für den Stromanschluss sollten zum Mietfahrzeug gehören [1].
Vor der ersten Fahrt drehst du ein paar Proberunden auf einem leeren Parkplatz [1]. Bei der Rückgabe sollte das Wohnmobil innen so sauber sein wie bei der Abholung; Tanks und Toilette sind geleert, eine Außenreinigung ist nur bei starker Verschmutzung nötig [1].
Führerschein und Gewicht
Bei Wohnmobilen hängen Führerschein und Gewicht eng zusammen. Maßgeblich ist das zulässige Gesamtgewicht in Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I, nicht das tatsächliche Gewicht auf der Waage [2].

Welcher Führerschein
Bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse genügt die Klasse B. Über 3,5 bis 7,5 Tonnen brauchst du die Klasse C1 oder einen alten Pkw-Führerschein der Klasse 3, der vor 1999 erworben wurde und Bestandsschutz hat [2]. Die Klasse C1 ist seit 2017 befristet und muss nach fünf Jahren mit ärztlicher Bescheinigung und Sehtest verlängert werden; der ADAC nennt für den Erwerb Kosten von etwa 3.000 bis 4.000 Euro [2]. Die vierte EU-Führerscheinrichtlinie sieht laut ADAC vor, dass Inhaber der Klasse B künftig Wohnmobile bis 4,25 Tonnen fahren dürfen, wenn sie eine entsprechende Ausbildung oder Prüfung ablegen [2]. In Deutschland gilt das noch nicht: Die nationalen Vorschriften müssen laut Caravaning Industrie Verband bis Ende November 2028 erlassen und spätestens Ende November 2029 angewendet werden [11]. Alle Klassen erklärt Welcher Führerschein für Wohnmobil und Wohnwagen?.
Zuladung und Überladung
Bei 80 Prozent der in Deutschland zugelassenen Wohnmobile liegt das zulässige Gesamtgewicht bei 3,5 Tonnen [3]. Was nach Abzug des Leergewichts bleibt, ist die Zuladung für Mitfahrer, Wasser, Gepäck und Zubehör. Bei Kontrollen in Deutschland werden in der Regel 5 Prozent Überladung toleriert. Darüber drohen Bußgelder von 10 bis 235 Euro, ab 20 Prozent Überladung kommt ein Punkt in Flensburg dazu. In den meisten anderen europäischen Ländern gibt es keine Toleranz [3].
Wiegen lässt sich das beladene Fahrzeug auf einer Fahrzeugwaage, etwa in einem ADAC-Prüfzentrum [1, 3]. Schweres Gepäck gehört nach unten und zwischen die Achsen, in die Oberschränke nur Leichtes; alles muss gesichert sein [1]. Wie viel du laden darfst, rechnest du mit dem Zuladungsrechner aus.
Fahren mit dem Wohnmobil
Der ADAC empfiehlt höchstens 500 Kilometer als Tagesetappe und spätestens nach drei Stunden eine Pause, mit Kindern früher. Nebenstrecken sind oft angenehmer als die Autobahn [1]. Während der Fahrt sind alle Insassen angeschnallt, Toilette, Kühlschrank und Bett sind dann tabu. Kindersitze sind je nach Körpergröße Pflicht, Hunde und Katzen fahren mit Gurt oder in einer Transportbox [1]. Vor der Abfahrt schließt du Schränke, Kühlschrank, Fenster und Dachluken und drehst den Gashahn zu [1].
Ein beladenes Wohnmobil braucht beim Beschleunigen viel Energie. Der ADAC rät, rechtzeitig vom Gas zu gehen und möglichst oft ohne Antrieb rollen zu lassen [1]. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten Lkw-Überholverbote und Lkw-Durchfahrtsverbote [2]. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Kraftfahrzeuge mit mehr als 3,5 bis 7,5 Tonnen, die nicht als Pkw zugelassen sind, höchstens 80 km/h fahren [7]. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen gibt es außerdem eigene Mautregeln [1].
Campingplatz oder Stellplatz
Mit dem Wohnmobil hast du zwei Arten von Plätzen zur Wahl. Der Campingplatz bietet Sanitärgebäude, Rezeption, oft Strom an jedem Platz und eine Platzordnung. In der Hauptsaison sind spontane Übernachtungen dort kaum möglich, deshalb rät der ADAC zu früher Buchung [1]. Öffnungszeiten der Rezeption prüfst du vorher; bei der Ankunft fährst du laut ADAC am besten zuerst zur Ver- und Entsorgungsstation und füllst den Frischwassertank [1].
Beim Einparken auf dem Stellplatz hilft eine zweite Person, die dich einweist [1]. Der ADAC nennt außerdem einige ungeschriebene Regeln: keine fremden Parzellen betreten, die Fahrzeuge möglichst in dieselbe Richtung parken, damit alle etwas Privatsphäre haben, den Frischwasserschlauch im Sanitärbereich nie zum Ausspülen der Toilettenkassette benutzen und Abwasser nur an den vorgesehenen Stellen ablassen. Ruhezeiten, Leinenpflicht für Hunde und Grillregeln erfragst du bei der Anmeldung [1].
Wohnmobilstellplätze sind oft günstig, du kannst zu jeder Tageszeit ankommen und musst dich meist nicht anmelden. Der ADAC rät, auf der Route einen möglichen Notfallstopp auf einem Stellplatz einzuplanen [1]. Die Preise für eine Übernachtung auf einem Wohnmobilstellplatz stiegen von 2020 bis 2025 um 32,2 Prozent [9]. Übernachte nur auf gesicherten Camping- oder Stellplätzen, nie auf Autobahnparkplätzen oder an Raststätten, wo Einbrüche drohen [1]. Wildcampen ist in Deutschland verboten; erlaubt ist unterwegs nur eine Übernachtung, um wieder fahrtüchtig zu werden, ohne Stuhl und Tisch vor der Tür [1]. Was auf Stellplätzen gilt, steht unter Was auf Stellplätzen erlaubt ist.
Gas, Wasser, Strom und Toilette
Wie Gas, Wasser, Strom und Toilette in deinem Fahrzeug funktionieren, muss dir der Vermieter bei der Übergabe erklären [1]. Einige Regeln gelten aber für alle Wohnmobile.

Gas
Seit dem 19.06.2025 müssen Halter von Wohnmobilen und Wohnwagen die Flüssiggasanlage nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 prüfen lassen, so schreibt es § 60 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vor [6, 10]. Die Prüffrist beträgt 24 Monate, ohne gültige Bescheinigung darf die Anlage nicht betrieben werden [6]. Eine mängelfreie Anlage bekommt eine Prüfplakette mit Monat und Jahr der nächsten Prüfung [6]. Nimm gefüllte Flaschen und möglichst eine Ersatzflasche mit [1].
Wasser und Strom
Frischwasser tankst du an der Station auf dem Platz. Unterwegs lässt sich mit einer Gießkanne nachfüllen, und mit leerem Tank fährst du sparsamer [1]. Für den Stromanschluss am Platz brauchst du ein CEE-Kabel mit dreipoligem Stecker [1]. Wie du sicher anschließt, erklärt Strom beim Camping.
Toilette
Häufig ist eine Chemietoilette mit Kassette fest eingebaut. Sie hat einen Tank für Spülwasser und einen für Fäkalien, die Kassette wird von außen entnommen. Geleert wird sie an der Entsorgungsstation über den Ausgießstutzen, wegen der Zusätze nie in einen normalen Abfluss [8]. Der ADAC empfiehlt mikrobiologische, kläranlagenverträgliche Zusätze [8]. Manche Plätze erlauben bestimmte chemische Mittel nicht, in der Schweiz sind Mittel mit dem Wirkstoff Bronopol verboten [8]. Mehr dazu unter Wasser und Toilette beim Camping.
Sicherheit unterwegs
Fenster und Dachluken schließt du nachts und wenn du den Platz verlässt. Als günstigen Schutz gegen Einbruch nennt der ADAC einen Spanngurt zwischen den Türen, Rad- oder Lenkradkrallen, einen Wertsafe, Zusatzschlösser oder eine Alarmanlage [1]. Abfall entsorgst du an den vorgesehenen Stellen, und aus Rücksicht auf die Nachbarn reist du nicht mitten in der Nacht ab [1].
- Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig? (Anabel Greefe, Bastian Metzger). ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wohnmobil überladen: Diese Strafen drohen in Europa (Christof Henn). ADAC. Stand 19.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Alkoven, Teilintegrierte und Co.: Alle Wohnmobil-Typen erklärt (Dominik Mothes). Auto Zeitung. Stand 02.07.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Über 94.000 Neuzulassungen: Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 19.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Gasprüfung für Wohnwagen und Wohnmobile. TÜV NORD. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 3 Geschwindigkeit. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Die Campingtoilette erklärt: Von der Funktionsweise bis zur Entleerung (Mona Turtschin). ADAC. Stand 02.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 60 Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen, mit § 72 Absatz 15. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Führerscheinreform für Reisemobile: Caravaning-Industrie begrüßt neue EU-Regelung (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
EinstiegUrlaub mit dem WohnwagenFührerschein für das Gespann, Anhängelast und Stützlast, Tempo 100, Ankuppeln, Fahren und Gasprüfung: was du für den Urlaub …
EinstiegDachzeltHartschale oder Klappzelt, Dachlast in Fahrt und im Stand, Kosten von rund 1.000 bis 4.000 Euro: was du vor dem Kauf eines …
EinstiegGlampingWas Glamping ist, welche Unterkünfte es gibt, was eine Nacht kosten kann und worauf du bei der Buchung achtest, von …
Camping-Begriffe von A bis ZCamping-Begriffe kurz erklärt: Stellplatz, Trekkingplatz, Kurtaxe, Zuladung, B96, BE, C1, Saisonkennzeichen, Gasprüfung …