Einstieg ins CampingRatgeber
Camping-Arten im Überblick
Die gängigen Camping-Arten sind Zelten, Wohnwagen, Wohnmobil, Dachzelt und Glamping in fertig eingerichteten Mietunterkünften. Sie unterscheiden sich vor allem bei Anschaffung, Komfort, Aufbauaufwand und Führerschein und darin, ob du an einem Ort bleibst oder weiterziehst. Wildcampen ist in Deutschland verboten.

Unter Camping fällt vieles: das kleine Zelt auf der Wiese, der Wohnwagen, der eine ganze Saison auf demselben Platz steht, das Wohnmobil auf Rundreise und die fertig eingerichtete Hütte auf dem Campingplatz. Das Statistische Bundesamt zählt alle Übernachtungen auf Campingplätzen mit mindestens zehn Stellplätzen zusammen und kam 2025 auf knapp 44,7 Millionen, so viele wie nie zuvor [1]. Welche Art zu dir passt, hängt davon ab, wie viel du ausgeben willst, wie viel Komfort du brauchst und ob du lieber an einem Ort bleibst oder jeden Tag weiterfährst.
Die Camping-Arten im Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede liegen beim Schlafplatz, beim Fahrzeug und beim Aufwand vor Ort. Komfort und Aufwand sind hier grob eingeordnet, die Belege zu Führerschein und Gewicht stehen in den Abschnitten weiter unten.
| Art | Schlafplatz | Fahrzeug und Führerschein | Aufwand vor Ort | Passt gut zu |
|---|---|---|---|---|
| Zelt | Schlafsack und Isomatte auf dem Boden | Anreise mit Auto, Rad oder Bahn möglich | jedes Mal aufbauen und abbauen | Kurzurlaub, Rad- und Wandertouren |
| Wohnwagen | feste Betten im Anhänger | Zugfahrzeug mit passender Anhängelast; Klasse B, B96 oder BE je nach Gewicht [3] | abkoppeln, ausrichten, Strom anschließen | längere Aufenthalte an einem Ort |
| Wohnmobil | feste Betten, Küche, oft ein Bad | bis 3,5 Tonnen Klasse B, darüber C1 oder alte Klasse 3 [2] | einparken, ausrichten, Strom anschließen | Rundreisen mit wechselnden Plätzen |
| Dachzelt | Matratze im Zelt auf dem Autodach | eigenes Auto mit ausreichender Dachlast [7] | aufklappen in wenigen Minuten [7] | Touren mit häufigem Ortswechsel |
| Glamping | Betten in einer Mietunterkunft | keine eigene Ausrüstung nötig [8] | kaum, du ziehst ein | Wochenenden und erste Versuche |
Zelten
Das Zelt ist die einfachste und günstigste Form. Du brauchst Zelt, Schlafsack und Isomatte, dazu Licht und einen Kocher, und kannst mit dem Auto, dem Fahrrad oder der Bahn anreisen. Kein anderer Schlafplatz bringt dich so nah an Wetter, Geräusche und Temperatur: Regen hörst du auf der Zeltplane, und morgens wird es im Zelt schnell warm, sobald die Sonne darauf scheint.
Der Preis dafür ist Arbeit. Das Zelt muss bei jeder Ankunft aufgebaut und bei jeder Abreise wieder abgebaut werden, bei Regen auch nass. Toilette und Dusche liegen im Sanitärgebäude des Platzes. Wer Rücken- oder Knieprobleme hat, merkt den Boden und das Aufstehen aus dem niedrigen Zelt schneller als andere.
Wohnwagen
Der Wohnwagen ist ein Anhänger mit Betten, Sitzgruppe und Küche, oft auch mit Toilette. Auf dem Platz koppelst du ihn ab und hast das Auto für Ausflüge frei. Deshalb eignet er sich für Urlaube, bei denen du länger an einem Ort bleibst.

Für das Gespann gelten eigene Regeln. Mit der Führerscheinklasse B darfst du einen Anhänger bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse ziehen; ist der Anhänger schwerer, darf die Kombination aus Auto und Anhänger 3.500 Kilogramm nicht überschreiten [3]. Mit der Erweiterung B96 sind bis 4.250 Kilogramm für das ganze Gespann erlaubt, mit der Klasse BE Anhänger bis 3.500 Kilogramm [3]. Außerorts fährt ein Gespann höchstens 80 km/h, auf der Autobahn sind mit einer Tempo-100-Zulassung bis 100 km/h erlaubt, wenn Auto und Wohnwagen die Voraussetzungen erfüllen [4]. Ist der Wohnwagen breiter als das Zugfahrzeug, brauchst du zusätzliche Außenspiegel [4].
Neue Wohnwagen werden weniger gekauft als neue Reisemobile. Der Caravaning Industrie Verband zählte 2025 in Deutschland 18.766 neu zugelassene Caravans, 13,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Gebraucht wechselten im selben Jahr 81.205 Caravans den Besitzer, ein Höchstwert [5]. Mehr zu Kupplung, Anhängelast und Stellplatz steht unter Urlaub mit dem Wohnwagen.
Wohnmobil
Im Wohnmobil sind Fahrzeug und Wohnraum eins. Betten, Küche und meist ein Bad fahren mit, und du kannst jeden Abend an einem anderen Ort stehen. Die Bauformen reichen vom kompakten Campingbus über den ausgebauten Kastenwagen bis zum großen Vollintegrierten, bei dem der Aufbau auch das Fahrerhaus umschließt.
Der Führerschein bestimmt, wie groß das Fahrzeug sein darf. Bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse genügt die Klasse B, darüber bis 7,5 Tonnen brauchst du die Klasse C1 oder einen Pkw-Führerschein, der vor 1999 erworben wurde [2]. Die vierte EU-Führerscheinrichtlinie ist nach Angaben des ADAC in Kraft getreten: Inhaber der Klasse B sollen künftig auch Wohnmobile bis 4,25 Tonnen fahren dürfen, wenn sie eine entsprechende Ausbildung oder Prüfung ablegen [2]. In Deutschland gilt das noch nicht. Die nationalen Vorschriften müssen laut Caravaning Industrie Verband bis Ende November 2028 erlassen und spätestens Ende November 2029 angewendet werden; bis dahin bleibt es für Klasse B bei 3,5 Tonnen [10].
Wohnmobile sind gefragt. 2025 wurden in Deutschland 75.368 Reisemobile neu zugelassen, das drittbeste Ergebnis überhaupt; 111.034 gebrauchte Reisemobile wechselten den Besitzer [5]. Neben Campingplätzen kannst du mit dem Wohnmobil auch Stellplätze nutzen. Sie sind oft günstig, du kannst zu jeder Tageszeit ankommen und musst dich meist nicht vorher anmelden [6]. Wie Einsteiger ein Wohnmobil mieten und fahren, erklärt Urlaub mit dem Wohnmobil.
Dachzelt
Ein Dachzelt wird auf einem Dachträger montiert und lässt sich mit Scharnieren oder Gasdruckfedern in wenigen Minuten aufklappen. Geschlafen wird auf einer Matratze, die meist schon im Zelt liegt; hinauf kommst du über eine ausziehbare Leiter. Je nach Größe haben bis zu zwei Erwachsene und zwei kleine Kinder Platz [7].

Stiftung Warentest nennt Preise von rund 1.000 bis 4.000 Euro. Ein Dachzelt ist damit deutlich teurer als ein großes Bodenzelt, aber günstiger als ein Wohnwagen [7]. Entscheidend ist die Dachlast deines Autos. Sie steht in der Betriebsanleitung, liegt meist zwischen 50 Kilogramm bei Kleinwagen und 200 Kilogramm bei Geländewagen oder Vans und gilt für die Fahrt; Zelt und Dachträger zusammen dürfen sie nicht überschreiten [7]. Auf Campingplätzen gelten Dachzelte mitunter als Zelte, was die Übernachtung günstiger machen kann. Dürfen Autos nicht auf die Zeltwiese, brauchst du allerdings oft eine teurere Parzelle [7]. Für Tagesausflüge musst du das Zelt bei längeren Aufenthalten oft wieder zuklappen [7]. Alles zu Bauarten und Dachlast steht unter Dachzelt: Camping auf dem Autodach.
Glamping und Mietunterkünfte
Glamping steht für "glamouröses Camping". Der Touring Club Schweiz beschreibt es als gängige Bezeichnung für einfache, komfortable bis luxuriöse und fertig eingerichtete Mietunterkünfte auf Campingplätzen [9]. Dazu gehören laut ADAC vor allem Mobilheime mit festen Wänden, Küche, Bad und Heizung, Glampingzelte mit festem Boden und richtigen Betten sowie Schlaf-Fässer aus Holz mit einem Doppelbett [8].

Eigene Ausrüstung brauchst du dafür nicht, Anschaffung, Transport und Aufbau entfallen [8]. Das macht Glamping zu einem einfachen Weg, Campingplätze kennenzulernen, ohne vorher etwas zu kaufen. Im Glampingzelt und im Schlaf-Fass liegen Toilette und Dusche oft in einem Sanitärgebäude in der Nähe [8]. Welche Unterkunft zu wem passt, steht unter Glamping: Camping mit Komfort.
Wildcampen
Übernachten außerhalb von Campingplätzen und Stellplätzen ist in Deutschland verboten, ebenso in den meisten anderen Ländern. Erlaubt ist unterwegs nur eine Übernachtung, um wieder fahrtüchtig zu werden, und dann ohne Stühle und Tisch vor dem Fahrzeug [6]. Der ADAC rät außerdem, nur auf gesicherten Camping- oder Stellplätzen zu übernachten und Autobahnparkplätze und Raststätten zu meiden, weil dort Einbrüche drohen [6]. Die Regeln im Einzelnen stehen unter Wildcampen in Deutschland: was erlaubt ist.
Welche Art zu dir passt
Für die Wahl helfen ein paar Fragen. Wie oft willst du campen, und wie viel darf die Ausrüstung kosten? Bleibst du eine Woche an einem See, oder willst du jeden Tag woanders sein? Hast du ein Auto, das einen Wohnwagen ziehen oder ein Dachzelt tragen kann? Und wie wichtig sind dir ein eigenes Bad und ein Dach, das bei Regen dicht bleibt?
- Für den ersten Versuch mit kleinem Budget bietet sich ein Zelt an, zum Beispiel auf einer Rad- oder Wandertour.
- Wer lange an einem Ort bleibt und das Auto für Ausflüge braucht, ist mit dem Wohnwagen gut bedient.
- Wer viel unterwegs ist und Komfort will, mietet zuerst ein Wohnmobil, bevor er eines kauft.
- Wer ein passendes Auto hat und häufig den Ort wechselt, kann über ein Dachzelt nachdenken.
- Wer ohne eigene Ausrüstung ausprobieren will, ob ihm Campingplätze gefallen, bucht ein Glampingzelt oder ein Mobilheim.
Die Arten lassen sich auch verbinden. Viele Radreisende nehmen ein leichtes Zelt mit und übernachten auf Campingplätzen entlang der Strecke. Für den Elberadweg sind solche Plätze und andere Unterkünfte unter Übernachten am Elberadweg zusammengestellt.
- Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig? (Anabel Greefe, Bastian Metzger). ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Anhängerführerschein B96: So viel dürfen Sie damit ziehen. ADAC. Stand 12.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Diese Verkehrsbestimmungen für Wohnwagengespanne musst du kennen. PiNCAMP by ADAC. Stand 26.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Über 94.000 Neuzulassungen: Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 19.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Dachzelte: So funktioniert Urlaub auf dem Autodach. Stiftung Warentest. Stand 07.04.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mobilheim, Glampingzelt oder Schlaf-Fass: Was passt am besten zu wem?. ADAC. Stand 20.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Glamping: glamouröses Campen. Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Führerscheinreform für Reisemobile: Caravaning-Industrie begrüßt neue EU-Regelung (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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