Unterwegs und auf dem PlatzRatgeber
Camping bei Hitze
Bei Hitze stellst du Zelt oder Fahrzeug in den Schatten, lüftest nur früh morgens und spät abends und meidest die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät zu etwa 2 bis 3 Litern am Tag, über den Tag verteilt. Bei heißer, trockener Haut, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit rufst du sofort den Rettungsdienst unter 112.

Im Sommer wird es auf dem Campingplatz schnell heiß. Ein Zelt in der Mittagssonne heizt sich auf, ein Wohnmobil auf einem Platz ohne Bäume ebenso, und nachts kühlt es in warmen Wochen kaum ab. Mit Schatten, der richtigen Lüftung, genug Wasser und einem Tagesablauf, der die Mittagsstunden ausspart, bleibt ein Hitzesommer auf dem Platz erträglich. Weitere Themen rund um den Aufenthalt auf dem Platz findest du unter Unterwegs und auf dem Platz.
Hitzewarnungen des Wetterdienstes
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Hitze, wenn eine starke Wärmebelastung vorhergesagt wird. Maßgeblich ist die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag. Die Warnung vor starker Wärmebelastung gilt, wenn sie einen Schwellenwert überschreitet, der bei etwa 32 Grad liegt und je nach Jahreszeit leicht abweichen kann [1]. Vor extremer Wärmebelastung warnt der DWD, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag 38 Grad überschreitet [1]. Als zweites Kriterium berücksichtigt der Dienst, wie warm es nachts in Innenräumen bleibt [1].
Die aktuelle Hitzewarnkarte des DWD ist auf der Seite des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verlinkt, das außerdem rät, Hitzewarnungen über Radio, Fernsehen, Internet oder eine Wetter-App zu verfolgen [2]. Auf dem Campingplatz lohnt der Blick morgens, bevor du den Tag planst.
Zelt und Stellplatz kühl halten
Am meisten bringt Schatten. Der Touring Club Schweiz (TCS) nennt einen Stellplatz im Schatten und abgedunkelte Fenster als erste Maßnahmen gegen Hitze im Camper und Wohnwagen; dazu kommen Sonnendach, Markise, Vorzelt oder Sonnenschirm [6]. Für ein Zelt gilt dasselbe Prinzip: Wenn du den Platz wählen kannst, achte darauf, wo die Sonne am Nachmittag steht, denn dann ist es am heißesten. Laut BIÖG liegt die heißeste Zeit des Tages etwa zwischen 11 und 17 Uhr [2].

Gelüftet wird nur, wenn es draußen kühler ist als drinnen, also nachts oder früh morgens, möglichst mit Durchzug [2]. Tagsüber bleiben Fenster geschlossen und verschattet; außenliegende Verschattung wirkt am besten [2]. Der TCS empfiehlt ebenfalls, Fenster tagsüber zu schließen und nur früh morgens oder spät abends zu lüften, und ein feuchtes Tuch in das offene Fenster oder die offene Tür zu hängen, das die einströmende Luft kühlt [6]. Feuchte Tücher helfen laut BIÖG allerdings nur bei niedriger Luftfeuchtigkeit, bei schwüler Luft nicht [2].
Ein Ventilator hilft laut BIÖG bis etwa 35 Grad, darüber nicht mehr; er sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, und ein Gefäß mit Eiswürfeln davor verstärkt die Wirkung [2]. Wie viel Leistung die Stromsäule liefert und wie du deinen Strombedarf rechnest, steht unter Strom beim Camping.
Wohnmobil und Wohnwagen gegen Hitze schützen
Ein geschlossenes Fahrzeug heizt sich in der Sonne stark auf. PiNCAMP, das Campingportal des ADAC, nennt eine ADAC-Studie, nach der eine halbe Stunde in der Mittagshitze ausreicht, damit der Innenraum 50 Grad erreicht; nach 90 Minuten waren es 60 Grad [7]. In ADAC-Tests an Fahrzeugen senkte eine außen angebrachte Sonnenschutzfolie die Innenraumtemperatur um 8 Grad, eine innen angebrachte nur um 4 Grad, und eine Abdeckplane um 10 Grad [7].

Für den Alltag auf dem Platz empfiehlt der TCS, die Cockpitscheiben mit einem Cockpitschutz oder einer Thermomatte abzudecken, die hinteren Fenster ebenso, und die Dachluke tagsüber von innen abzudunkeln [6]. Helle Rollos werfen die Hitze besser nach außen zurück [6]. PiNCAMP rät, möglichst draußen zu kochen und an heißen Tagen kalte Gerichte zu wählen, weil Kochen im Fahrzeug zusätzlich Wärme erzeugt [7]. Ventilator-Dachhauben helfen laut PiNCAMP vor allem morgens und abends; bei praller Sonne verwirbeln sie nur warme Luft [7].
Eine Klimaanlage nutzt du laut BIÖG nur als letzte Möglichkeit und stellst sie auf etwa 6 bis 8 Grad unter der Außentemperatur ein, mit geschlossenen Fenstern und Türen [2]. PiNCAMP weist darauf hin, dass Klimaanlagen in Wohnmobilen oft laut sind und viel Strom brauchen [7].
Den Tag nach der Hitze einteilen
Das BIÖG rät, Besorgungen und körperlich Anstrengendes in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu legen und die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden, weil die UV-Strahlung dann am stärksten ist [2]. Intensives Ausdauertraining über 30 Grad empfiehlt das Institut nicht; wer schlecht an die Hitze gewöhnt ist, wenig trainiert hat oder bei hoher Luftfeuchtigkeit unterwegs ist, senkt die Belastung schon deutlich darunter [2]. Wanderungen und Radtouren legst du also auf den frühen Morgen, die Mittagsstunden verbringst du im Schatten oder am Wasser.
Wie stark die Sonne brennt, zeigt der UV-Index. Ab einem Wert von 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), während der Mittagsstunden Schatten aufzusuchen und Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor zu nutzen [5]. Bei Werten von 8 bis 10 rät das BfS, sich in der Mittagszeit möglichst nicht draußen aufzuhalten [5]. Wasser, Sand und helle Flächen werfen UV-Strahlung zurück, deshalb kann die Belastung am Badesee höher sein als der angegebene Index [5].
Für die Kleidung empfiehlt das BIÖG leichte, helle und locker geschnittene Stoffe wie Leinen oder dünne Baumwolle, im Freien eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe oder Schirm und Nackenschutz sowie eine Sonnenbrille [2]. Sonnencreme sollte mindestens Lichtschutzfaktor 30 haben und auch im Schatten aufgetragen werden, weil dort noch etwa die Hälfte der UV-Strahlung ankommt [2].
Trinken und Essen bei Hitze
Über den Tag verteilt solltest du laut BIÖG etwa 2 bis 3 Liter trinken, auch unterwegs, und stündlich ein Glas, auch ohne Durst, weil das Durstgefühl erst einsetzt, wenn schon viel Flüssigkeit verloren ist [2]. Wer eine Herz- oder Nierenerkrankung hat, stimmt die Menge mit der Ärztin oder dem Arzt ab [2]. Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser; sehr kalte Getränke, Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke meidest du besser [2]. Bei starkem Schwitzen können Brühe oder elektrolythaltige Sportgetränke sinnvoll sein [2].

Beim Essen rät das BIÖG zu mehreren kleinen, leichten Mahlzeiten mit Obst, Gemüse und Salat, besonders wasserreichen Lebensmitteln wie Melone, Gurke und Tomate [2]. Verderbliches transportierst du in einer Kühltasche, lagerst es kühl und verarbeitest es zügig [2]. Wie du Lebensmittel in der Kühlbox frisch hältst, steht unter Kochen beim Camping.
Auch Medikamente vertragen Hitze schlecht. Manche Arzneimittel sollen laut BIÖG nicht über 25 Grad gelagert werden; frag deine Ärztin oder deinen Arzt, ob deine Medikamente bei Hitze ein Risiko sind [4].
Schlafen in warmen Nächten
Das BIÖG empfiehlt für die Nacht leichte Bettwäsche oder ein Leinentuch, leichte Nachtwäsche aus Naturfasern und bei Bedarf eine Wärmflasche mit kaltem Wasser oder kühle Tücher auf Stirn, Unterarmen oder Unterschenkeln [2]. Der TCS rät, eine Wärmflasche mit Eiswasser oder eine gefüllte Flasche etwa eine Stunde vor dem Schlafen ins Bett zu legen und Laken, T-Shirt oder Socken kurz in den Kühlschrank zu legen [6]. Eine optimale Schlaftemperatur liegt laut TCS zwischen 18 und 21 Grad [6]. Statt eines warmen Schlafsacks reicht in heißen Nächten oft ein dünnes Inlett; welche Komfortwerte Schlafsäcke haben, erklärt Schlafsack und Isomatte richtig wählen.
Für Babys und Kleinkinder empfiehlt das BIÖG, die Haut zwischen den Schulterblättern zu fühlen: Sie sollte warm, aber nicht verschwitzt sein [4]. Was beim Zelten mit Baby sonst gilt, steht unter Camping mit Baby.
Warnzeichen erkennen und richtig handeln
Eine Hitzeerschöpfung zeigt sich laut BIÖG mit starkem Durst, Schwäche, kalter feuchter Haut, niedrigem Blutdruck bei hohem Puls, schneller schwacher Atmung, Übelkeit, Schwindel und Abgeschlagenheit [3]. Dann trinkst du langsam einen halben bis einen Liter Wasser, Brühe oder ein elektrolythaltiges Getränk, kühlst den Körper und legst dich an einem kühlen Ort flach hin; bei starkem Schwindel lagerst du die Beine leicht hoch [3]. Ärztlichen Rat holst du ein, wenn es nach einer Stunde nicht besser wird oder die Körpertemperatur über 38 Grad steigt [3].
Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Typisch sind laut BIÖG gerötete, heiße und trockene Haut, Übelkeit, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen bis zur Bewusstlosigkeit, Erbrechen, Krampfanfälle und eine sehr hohe Körpertemperatur [3]. Ruf zuerst den Rettungsdienst unter 112 und kühle dann den Körper so schnell wie möglich; Bewusstlose bringst du in die stabile Seitenlage und gibst ihnen nichts zu trinken [3].
Ein Sonnenstich entsteht, wenn die Sonne lange auf den ungeschützten Kopf scheint. Anzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und ein geröteter, heißer Kopf bei meist normaler Körpertemperatur [3]. Die betroffene Person kommt in den Schatten, Kopf und Oberkörper liegen leicht erhöht, und kalte Umschläge kühlen [3]. Bei Bewusstlosigkeit, schweren Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen rufst du sofort den Notruf 112 [3].
Waldbrandgefahr im Sommer
Lange Hitze trocknet Wälder und Wiesen aus. Der DWD berechnet dafür den Waldbrandgefahrenindex in fünf Stufen, von 1 für sehr geringe bis 5 für sehr hohe Gefahr, und aktualisiert die Karten einmal am Tag [8]. Die Landesbehörden nutzen den Index für ihre Warnungen; die Lage vor Ort kann davon abweichen [8]. Welche Verbote für Feuer, Grill und Rauchen in Waldnähe gelten, regelt jedes Bundesland selbst. Das Beispiel Sachsen-Anhalt steht unter Kochen beim Camping, die Regeln des Platzes erfährst du an der Rezeption.
Wer mit dem Rad an der Elbe unterwegs ist und nach einer kühleren Reisezeit sucht, findet Hinweise unter Die beste Reisezeit für den Elberadweg.
- Behörde Hitzewarnungen. Deutscher Wetterdienst. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Tipps für alle: Empfehlungen bei Hitze. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), klima-mensch-gesundheit.de. Stand 07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Gesundheitsrisiken von Hitze. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), klima-mensch-gesundheit.de. Stand 07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Hitzeschutz. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), klima-mensch-gesundheit.de. Stand 07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Der UV-Index. Bundesamt für Strahlenschutz. Stand 04.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Was tun gegen Hitze im Camper oder Wohnwagen?. Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 25 geniale Tipps gegen Hitze im Wohnmobil und Auto. PiNCAMP by ADAC. Stand 01.03.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Waldbrandgefahrenindex WBI. Deutscher Wetterdienst. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Blitzschutz beim Camping und Zelten (Fachinformation). VDE Ausschuss Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB). Stand 28.01.2019. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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