Campingregionen in MitteldeutschlandRatgeber

Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte hat nach Angaben des Tourismusverbands 1.117 Seen und ein dichtes Netz aus Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen. Im Müritz-Nationalpark führen zwei Wasserwanderstrecken, angelegt werden darf nur an ausgewiesenen Rast- und Campingplätzen. Mit dem Wohnmobil ist Übernachten nur auf ausgewiesenen Stellplätzen erlaubt.

Ein ruhiger Campingplatz am See bei Sonnenaufgang mit Zelten und Wohnwagen unter Kiefern und einem Holzsteg
Bild: KI-generiert

An der Mecklenburgischen Seenplatte dreht sich beim Camping fast alles ums Wasser. Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte zählt 1.117 Seen und beschreibt neben vielen Wohnmobilstellplätzen ein engmaschiges Netz von Campingplätzen mit Platz für Wohnmobile und Wohnwagen [1]. Dazu kommen der Müritz-Nationalpark und sieben Naturparks [2]. Für Camper heißt das: Plätze am See gibt es reichlich, und viele Touren lassen sich mit Kanu oder Rad direkt vom Platz aus beginnen. Gleichzeitig gelten in den Schutzgebieten strenge Regeln, und der Tourismusverband weist darauf hin, dass Übernachten mit dem Wohnmobil nur auf ausgewiesenen Stellplätzen erlaubt ist [1].

Drei Regionen für den Campingurlaub

Der Tourismusverband teilt das Gebiet für Wohnmobilreisende in drei Regionen [1]. Die Region "Müritz plus" umfasst die großen Seen, also Müritz, Kölpinsee, Fleesensee und Plauer See; von Stell- und Campingplätzen erreichst du dort Waren (Müritz), Radwege, Badestellen und den Nationalpark [1]. Südlich der Müritz liegt die Kleinseenplatte, in der sich nach der Beschreibung des Verbands hunderte Seen zu einem Labyrinth verweben; Mirow und Neustrelitz mit einem Stellplatz am Zierker See nennt er als Ausgangspunkte [1]. Die dritte Region, die Mecklenburgische Schweiz und Vorpommersche Flusslandschaft, reicht mit sanften Hügeln und Naturparks an Peene, Malchiner und Kummerower See [1].

Die Kleinseenplatte endet nicht an der Landesgrenze. Auf Brandenburger Seite schließt die Rheinsberger Seenkette mit 170 Seen direkt an die Mecklenburgische Seenplatte an [9]. Was beim Zelten in Brandenburg gilt, steht unter Camping in Brandenburg.

Campingplätze am See

Die Landesmarketinggesellschaft MV Tourismus stellt in ihrer Übersicht für die Seenplatte zahlreiche Campingplätze direkt am Wasser vor [3]. Viele davon sind nach dieser Darstellung familienfreundlich, haben Spielplätze und direkten Zugang zum See und bieten neben Stellplätzen für Zelte und Wohnwagen auch Mietunterkünfte wie Bungalows [3]. In der Übersicht finden sich Plätze am Plauer See, am Ostufer bei Malchow, am Südostufer der Müritz, am Rand von Waren (Müritz) und an mehreren Seen direkt an der Grenze des Nationalparks [3]. Einige Plätze haben getrennte Bereiche für Textil- und FKK-Camping [3]. Die Aufzählung ist keine Empfehlung; Ausstattung, Saisonzeiten und Preise erfährst du beim Platz.

Erwachsene sitzen auf Campingstühlen vor einem Zelt am grasigen Seeufer, darunter eine kleine Badestelle
Bild: KI-generiert

Zum Baden zählt der Tourismusverband in der Mecklenburgischen Seenplatte 200 offizielle Naturbadestellen, meist mit flachem Einstieg [2]. Wer Kinder dabei hat, findet Hinweise zur Wahl des Platzes unter Camping mit Kleinkindern. In der Hauptsaison sind Plätze direkt am Ufer gefragt; reserviere für die Sommerferien früh.

Bei den Kosten lohnt ein realistischer Blick. Bundesweit waren Übernachtungen auf Wohnmobilstellplätzen 2025 laut Statistischem Bundesamt um 32,2 Prozent teurer als 2020, die Campingplatzgebühr stieg um 28,7 Prozent [14]. Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum um 21,9 Prozent zu [14]. Welche Posten zusammenkommen, von Stellplatz über Strom bis Kurtaxe, zeigt Was Camping kostet.

Paddeln im Müritz-Nationalpark

Der Müritz-Nationalpark besteht seit 1990 und umfasst 322 Quadratkilometer mit über 100 Seen [4]. Er gehört zu den Nationalen Naturlandschaften, dem Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete [4]. Nach Angaben des Nationalparkamts laden 47 Wanderwege, 12 Radwege und 2 Wasserwanderstrecken zum Erleben des Nationalparks ein [5]. Aktuelle Sperrungen meldet das Amt auf seiner Startseite, ein Blick dorthin lohnt vor jeder Tour [5]. Für Kanuten sind die beiden Wasserwanderstrecken der Kern. Die Gewässer der Seenplatte sind laut Tourismusverband bis auf wenige Ausnahmen keine Fließgewässer, sodass Strömung und Wehre beim Paddeln kaum stören [2].

Zwei Kanus gleiten durch einen schmalen Kanal zwischen Schilf und Erlen, hoch darüber kreist ein Seeadler
Bild: KI-generiert

Die zwei Wasserwanderstrecken

Die "Alte Fahrt" führt von der Müritz über den Bolter Kanal, den Woterfitz- und den Caarpsee in die Mirow-Leppiner Seenkette [4]. Der 4 Kilometer lange Abschnitt im Nationalpark ist für Motorboote gesperrt, an der Bolter Schleuse musst du umsetzen, dafür stehen Bootswagen bereit [4]. Die Obere Havel fließt von Kratzeburg nach Süden durch mehrere Seen und verlässt den Nationalpark nach 23 Kilometern am Ausgang des Useriner Sees [4]. Zwischen Granziner Mühle und Pagelsee ist das Befahren nicht gestattet; für den Landtransport der Boote über 700 Meter gibt es eine Umtragehilfe [4].

Regeln auf dem Wasser

Im Nationalpark gilt ein generelles Anlandeverbot außerhalb der ausgewiesenen Rast- und Campingplätze [4]. Halte 20 Meter Abstand zu Vögeln, Röhrichten, Wasserpflanzenzonen und flachen Gewässerabschnitten [4]. Vor allem vom Boot aus sollten je nach Vogelart zum Teil deutlich größere Abstände eingehalten werden; das Faltblatt nennt dafür unter anderem Kranich, Rot- und Schwarzmilan, Graureiher, Haubentaucher, Kormoran und Eisvogel [4]. Wer sich still verhält, kann nach Angaben des Nationalparkamts mit etwas Glück den Seeadler beobachten oder die Kraniche rufen hören [4]. Grüne Bojen markieren vorgeschriebene Fahrwege, gelbe Bojen gesperrte Bereiche [4]. Boote setzt du an beschilderten Stellen in den Orten, auf Campingplätzen oder bei den Kanuvermietern ein; Kraftfahrzeuge darfst du im Gebiet des Nationalparks nicht abstellen [4]. Müllbehälter gibt es im Nationalpark nicht, Abfall entsorgst du auf den Campingplätzen oder an den Rastplätzen in den Orten [4].

Entlang der beiden Strecken liegen Campingplätze mit Kanuverleih, die das Nationalparkamt in seinem Faltblatt auflistet, darunter Plätze in Boek, am Bolter Ufer, am Leppinsee, am Useriner See und am Großen Labussee [4]. Auch außerhalb des Nationalparks gibt es Naturschutzgebiete, in denen das Anlanden verboten ist; ein Reisebericht von MV Tourismus rät deshalb, vor jeder Pause die Wasserkarte zu prüfen [6]. Wie du dich in Schutzgebieten allgemein verhältst, steht unter Camping in Schutzgebieten.

Eine mehrtägige Tour planen

Wie eine Woche mit Kanu und Zelt aussehen kann, zeigt ein Reisebericht auf der Seite von MV Tourismus. Die Tour begann auf einem Naturcampingplatz am Bolter Kanal und führte in sieben Tagen durch die Kleinseenplatte, mit Übernachtungen auf Campingplätzen und in der Jugendherberge Mirow [6]. Eine Tagesetappe zum Campingplatz am Gobenowsee war 17 Kilometer lang [6]. Unterwegs lagen Schleusen, an einer davon musste das Kanu mit einer Lore auf die andere Seite gebracht werden, und in einem Kanal mit wenig Wasser zogen die beiden ihr Boot zu Fuß weiter [6]. In Mirow füllten sie ihre Vorräte auf, weil es auf den folgenden Etappen nur wenige Möglichkeiten für einen großen Einkauf gab [6]. Was ins Boot gehört, findest du in der Camping-Packliste zum Abhaken.

Warum Wildcampen keine Option ist

Am Seeufer ein Zelt für eine Nacht aufzustellen, klingt verlockend, ist an der Seenplatte aber in den meisten Fällen nicht erlaubt. In einem Positionspapier von 2018, das der Tourismusverband veröffentlicht, ist die Rechtslage so zusammengefasst: Nicht motorisierte Wanderer dürfen in der freien Landschaft mit Erlaubnis des Grundeigentümers für eine Nacht zelten (§ 28 Naturschutzausführungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern), Fahrzeugführer dürfen im Fahrzeug vor allem zur Wiederherstellung ihrer Verkehrstüchtigkeit auf Parkplätzen übernachten [7]. Ausgenommen sind Nationalparke, Naturschutzgebiete und Nationale Naturmonumente [7].

Ein unberührtes Seeufer mit dichtem Schilf und alten Kiefern in der Dämmerung, zwei Kraniche im Flachwasser
Bild: KI-generiert

Das Papier beschreibt Wildcampen als beliebte Übernachtungsform an Seeufern, im Wald und in kleinen Orten der Region und nennt die Folgen: gestörte Brut- und Schlafplätze von Vögeln, beschädigte Ufervegetation, gesammeltes Totholz, Waldbrandgefahr und Müll, den Gemeinden und Privatleute wegräumen [7]. Es empfiehlt, klar zu kommunizieren, dass Wildcampen in der Mecklenburgischen Seenplatte untersagt ist, und Gäste auf Campingplätze zu verweisen [7]. Für Wohnmobile gilt laut Tourismusverband ohnehin: Übernachten nur auf ausgewiesenen Stellplätzen [1]. Die Regeln in anderen Ländern vergleicht Wildcampen in Deutschland: was erlaubt ist.

Mit dem Wohnmobil: Führerschein, Kennzeichen, Notfallstopp

Mit der Klasse B darfst du Wohnmobile bis 3,5 Tonnen fahren, mit der alten Klasse 3 bis 7,5 Tonnen; über 7,5 Tonnen brauchst du die Klasse C [10]. Die vierte EU-Führerscheinrichtlinie sieht für Inhaber der Klasse B mit zusätzlicher Qualifikation Reisemobile bis 4,25 Tonnen vor; laut Caravaning Industrie Verband müssen die nationalen Vorschriften bis Ende November 2028 erlassen und spätestens Ende November 2029 angewendet werden, bis dahin bleibt es bei 3,5 Tonnen [11]. Mehr unter Welcher Führerschein für Wohnmobil und Wohnwagen?.

Ein Saisonkennzeichen gilt für mindestens zwei und höchstens elf volle Monate; außerhalb dieses Zeitraums darf das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen weder in Betrieb gesetzt noch abgestellt werden [12]. Der ADAC rät, auf der Route einen möglichen Notfallstopp auf einem Stellplatz einzuplanen und nur auf gesicherten Camping- oder Wohnmobilstellplätzen zu übernachten [13].

Wer die Seenplatte mit der Elbe verbinden will: Mecklenburg-Vorpommern hat Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe [8]. Die Sicht der Radreisenden beschreibt Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, Camping am Fluss Camping an der Elbe.

  1. Organisation Wohnmobilurlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte. Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Campingurlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte. Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Campingplätze an den Seen in Mecklenburg-Vorpommern. MV Tourismus GmbH (auf-nach-mv.de). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Wasserwandern im Müritz-Nationalpark (Faltblatt mit Umtragehilfe). Nationalparkamt Müritz. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Müritz-Nationalpark: Startseite. Nationalparkamt Müritz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Kanu und Camping in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte (Reisebericht). MV Tourismus GmbH (auf-nach-mv.de). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Positionspapier Wildcampen (Röbel, 28.01.2018; Briefkopf Deutscher Kanu-Verband e. V.). veröffentlicht vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V.. Stand 28.01.2018. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe: Startseite. Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Wasserreviere in Brandenburg. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (Reiseland Brandenburg). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig? (Anabel Greefe, Bastian Metzger). ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Führerscheinreform für Reisemobile: Caravaning-Industrie begrüßt neue EU-Regelung (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Gesetz Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), § 10 Abs. 3 Saisonkennzeichen. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.