Einstieg ins CampingRatgeber
Glamping: Camping mit Komfort
Glamping steht für glamouröses Camping und meint fertig eingerichtete Mietunterkünfte auf Campingplätzen, etwa Mobilheime, Glampingzelte oder Schlaf-Fässer. Du brauchst keine eigene Ausrüstung und baust nichts auf. Laut PiNCAMP kann eine Nacht in der Hauptsaison je nach Unterkunft und Lage 200 Euro oder mehr kosten (Stand 2023).

Beim Glamping kommst du auf einem Campingplatz an, bekommst einen Schlüssel und ziehst in eine fertig eingerichtete Unterkunft. Zelt, Isomatte und Kocher bleiben zu Hause. Du wohnst trotzdem auf dem Campingplatz, mit Wiese vor der Tür, Nachbarn in Rufweite und dem Weg zum Sanitärgebäude, falls deine Unterkunft kein eigenes Bad hat. Für viele ist das der einfachste Weg, Camping auszuprobieren, ohne vorher Ausrüstung zu kaufen. Der Touring Club Schweiz nennt Glamping ausdrücklich ideal für Einsteiger [1].
Was Glamping ist
Das Wort setzt sich aus "glamourös" und "Camping" zusammen und stammt nach Angaben des Touring Club Schweiz aus den USA [1]. Der Club beschreibt Glamping heute als gängige Bezeichnung für einfache, komfortable bis luxuriöse und fertig eingerichtete Mietunterkünfte auf Campingplätzen; Luxus gehört also nicht zwingend dazu [1]. Eine feste Definition gibt es nicht [3]. PiNCAMP, das Campingportal des ADAC, nennt als Glamping-Klassiker das Lodge-Zelt mit Hotelausstattung, in dem reiche Europäer und Amerikaner früher auf Safaris in Afrika übernachteten [3].
Der Unterschied zum klassischen Camping liegt in der Ausrüstung. Beim Zelten oder mit dem Wohnwagen bringst du deine Unterkunft selbst mit. Beim Glamping stellt der Platz sie, und Anschaffung, Transport und Aufbau eigener Campingausrüstung entfallen [2]. Gegenüber einem Hotel bleibst du näher an der Natur und bist bei Essenszeiten und Tagesablauf freier [3].
Die Unterkünfte
Der ADAC stellt drei verbreitete Formen nebeneinander: Mobilheim, Glampingzelt und Schlaf-Fass [2]. Sie unterscheiden sich vor allem bei Wetterschutz, Platz und Bad.

Mobilheim
Ein Mobilheim hat feste, isolierte Wände, solide Türen und Fenster, eine Küche mit Kochfeld und Kühlschrank, ein eigenes Bad mit Dusche und WC, eine Heizung und richtige Betten. Viele haben eine Klimaanlage. Ein Elternschlafzimmer und ein oder zwei Kinderzimmer sind üblich [2]. Wohnen und Schlafen sind damit unabhängig vom Wetter, und das Mobilheim ähnelt einer Ferienwohnung [2]. Der ADAC hält es für die passende Wahl für Familien mit Babys und Kleinkindern, für Erstcamper und für die Vor- und Nachsaison [2].
Glampingzelt
Ein Glampingzelt hat einen festen Boden, stabile Planen oder Stoffwände, richtige Betten mit Matratzen und meist Strom, teils auch eine kleine Küche oder ein Kochfeld. Das Bad liegt manchmal im Zelt, häufiger in einem Sanitärgebäude in der Nähe. Oft gehört eine überdachte Terrasse dazu [2]. Du hast das Gefühl, im Zelt zu schlafen, ohne es aufbauen zu müssen. Der ADAC empfiehlt Glampingzelte für Familien mit Schulkindern [2].
Schlaf-Fass
Das Schlaf-Fass ist eine runde oder ovale Holzkonstruktion mit einem Doppelbett, Ablagen, Steckdosen und Licht, manchmal mit einer einfachen Heizung. Ein eigenes Bad gibt es nicht, dafür eine kleine Bank oder Terrasse [2]. Es ist meist die günstigste der drei Formen, bietet aber wenig Platz und Stauraum. Der ADAC sieht es für zwei Erwachsene mit ein bis zwei Kindern, für Kurztrips und für Zwischenstopps auf Rundreisen [2].
Weitere Formen
Daneben gibt es laut PiNCAMP Bungalows, Safarizelte, Baumhäuser, Glamping-Pods, Jurten und Tipis, umgebaute Bauwagen und sogar Flöße [3]. Der Touring Club Schweiz nennt außerdem Nostalgiewagen im Stil alter Zirkuswagen [1]. Bei gehobenen Angeboten zählt PiNCAMP Ausstattung wie Holzvertäfelung, Klimaanlage und Komfortdusche auf, dazu Dienste wie Frühstückslieferung, Handtücher und WLAN, teils auch Wellness. Solche Unterkünfte sind oft größer als normale Stellplätze, haben teils eine eigene kleine Gartenparzelle und liegen ruhig, aber zentral auf dem Platz [3]. Was drinsteht, unterscheidet sich von Platz zu Platz stark, deshalb lohnt der Blick in die Beschreibung der einzelnen Unterkunft.
Glamping und klassisches Camping im Vergleich
| Punkt | Glamping | Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil |
|---|---|---|
| Ausrüstung | vom Platz gestellt, keine eigene nötig [2] | eigene oder geliehene Ausrüstung |
| Aufbau | entfällt [2] | Zelt aufbauen oder Fahrzeug ausrichten und anschließen |
| Betten | richtige Betten mit Matratzen [2] | Isomatte, Luftmatratze oder Fahrzeugbett |
| Bad | im Mobilheim eigenes Bad, sonst oft Sanitärgebäude [2] | Sanitärgebäude oder Bordtoilette |
| Gepäck | weniger, weil Anschaffung und Transport eigener Ausrüstung entfallen [2] | Ausrüstung muss mit |
| Preis je Nacht | deutlich höher als ein normaler Stellplatz [3] | Platzgebühr für Stellplatz oder Zeltwiese |
Was Glamping kostet
Glamping ist deutlich teurer als eine Nacht auf einem normalen Stellplatz. Laut PiNCAMP kann eine Nacht in der Hauptsaison 200 Euro oder mehr kosten (Stand 2023). Den Preis bestimmen Ausstattung, Lage, zum Beispiel mit Blick aufs Wasser, und das Reiseziel [3]. Schlaf-Fässer sind meist die günstigste Form, Mobilheime und Glampingzelte liegen je nach Ausstattung, Saison und Lage im mittleren bis höheren Bereich [2].
Auch Camping insgesamt ist teurer geworden. Die Campingplatzgebühren lagen 2025 laut Statistischem Bundesamt um 28,7 Prozent über dem Stand von 2020; die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 21,9 Prozent [6]. Zum Preis der Unterkunft kommen je nach Platz weitere Posten. Der ADAC nennt Personenpreise mit Altersgrenzen, Zusatzgebühren für Parkplatz, Animation oder Kurtaxe sowie eine Anzahlung bei der Buchung und teils eine Kaution für die Mietunterkunft [5]. Eine Übersicht der Posten steht unter Was Camping kostet.
Worauf du bei der Buchung achtest
Auch in einer fertig eingerichteten Unterkunft fehlt manchmal etwas. Der ADAC nennt Bettwäsche als Beispiel: Im Mobilheim ist sie meist nicht dabei, lässt sich aber manchmal hinzubuchen [5]. Kinderbett, Hochstuhl, Fliegengitter und Verdunklung sind ebenfalls nicht überall inklusive, meist aber nachbuchbar [2]. Vor der Buchung lohnt deshalb ein genauer Blick:

- Bad und Entfernung zum Sanitärgebäude: Im Glampingzelt und im Schlaf-Fass ist der Weg dorthin oft weiter [2].
- Heizung: Mobilheime haben eine, Schlaf-Fässer nur manchmal eine einfache; in der Vor- und Nachsaison rät der ADAC, zumindest für Süddeutschland, zu isolierten oder beheizbaren Unterkünften [2].
- Grundriss und Betten: Bei mehreren Kindern bucht man laut ADAC lieber eine Nummer größer [2].
- Lage auf dem Platz: Der ADAC nennt die Nähe zu Spielplatz, Pool, Gewässer und Fahrwegen als Prüfpunkte, bei Kleinkindern auch Fenstergriffe, Treppen und Brüstungen [2].
- Storno: Bedingungen und Fristen vor der Buchung prüfen; der ADAC empfiehlt eine Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung [5].
Für die Hauptsaison rät der ADAC, drei bis sechs Monate im Voraus zu planen und für Pfingst- und Sommerferien früh zu buchen; Last-Minute-Angebote gibt es dann kaum [5]. Der Touring Club Schweiz berichtet, dass seine Glampingunterkünfte in der Hauptsaison zu 90 Prozent ausgebucht sind [1].
Was du trotzdem einpacken solltest
Draußen bist du trotzdem. Der Boden rund um die Unterkunft ist oft Sand, Kies, Wiese oder Waldboden, und PiNCAMP rät zu Mückenspray und einer warmen Jacke [3]. Für Regentage empfiehlt der ADAC Regenkleidung für alle, wasserdichte Schuhe, warme Schichten, Ersatzsocken und Ersatzhosen, eine Wäscheleine mit Klammern und Beutel oder Kisten für nasse Sachen [4]. Dazu kommt, was laut Buchung fehlt, oft Bettwäsche und Handtücher. Eine Liste zum Abhaken findest du in der Camping-Packliste.
Glamping bei Regen und in der Nebensaison
Bei schlechtem Wetter zeigt sich der Vorteil gegenüber dem Zelt. Glampingzelte und Mobilheime haben einen festen Boden, richtige Betten, Strom und oft eine Heizung und schützen deutlich besser vor Regen und Gewitter als ein einfaches Zelt [4]. Damit es drinnen trocken bleibt, rät der ADAC, die Heizung moderat einzustellen, regelmäßig kurz und kräftig zu lüften und nasse Kleidung nachts im Bad oder im Eingang zu trocknen statt im Schlafraum [4].

Vor der Buchung lohnt die Frage, was der Platz bei Regen bietet. Der ADAC nennt ein Hallenbad oder überdachtes Becken, Kinderanimation bei schlechtem Wetter, einen Spiel- oder Aufenthaltsraum und Ausflugsziele in der Nähe [4]. In der Vor- und Nachsaison ist das Mobilheim wegen Heizung und fester Wände die sichere Wahl [2].
Für wen sich Glamping eignet
Glamping passt zu allen, die ein Wochenende oder einen Kurzurlaub auf dem Campingplatz verbringen wollen, ohne Ausrüstung zu kaufen oder zu schleppen. Der Touring Club Schweiz beschreibt seine Gäste als 20 bis 70 Jahre alt, als Paare und Familien, viele davon Camping-Neulinge oder Wiedereinsteiger [1]. Für Familien mit kleinen Kindern empfiehlt der ADAC das Mobilheim, für ältere Kinder auch Glampingzelt oder Schlaf-Fass [2]. Tipps nach Alter der Kinder stehen im Bereich Camping mit Familie und Hund.
Bei langen Urlauben summieren sich die Übernachtungspreise, und auf Rundreisen muss jede Unterkunft einzeln gebucht werden. Wer nach dem ersten Wochenende Gefallen am Campingplatz gefunden hat, kann über ein eigenes Zelt oder ein Mietwohnmobil nachdenken. Wie sich die Arten unterscheiden, zeigt Camping-Arten im Überblick, und den ersten eigenen Campingurlaub beschreibt Camping für Anfänger Schritt für Schritt.
- Organisation Glamping: glamouröses Campen. Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mobilheim, Glampingzelt oder Schlaf-Fass: Was passt am besten zu wem?. ADAC. Stand 20.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Was ist Glamping? Definition und Unterkünfte. PiNCAMP by ADAC. Stand 05.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Glamping bei Regen: Checkliste und Tipps für entspannten Schlechtwetterurlaub. ADAC. Stand 02.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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