Ausrüstung fürs CampingRatgeber

Strom beim Camping: Anschluss, Bedarf und Akku

Auf Campingplätzen kommt der Strom meist aus blauen CEE-Steckdosen, die je nach Platz mit 4 bis 16 Ampere abgesichert sind. Du brauchst ein Kabel mit CEE-Stecker, das du ganz abrollst. Ohne Anschluss helfen eine Powerstation oder Solarmodule; wie groß sie sein müssen, rechnest du aus Leistung mal Betriebsstunden.

Eine blaue Stromsäule auf einer Campingwiese in der Dämmerung, ein Kabel führt zu einem beleuchteten Zelt
Bild: KI-generiert

Beim Camping brauchst du Strom für Licht, Handy und Kühlbox, im Wohnmobil auch für Wasserpumpe und Heizungsgebläse. Woher er kommt, hängt vom Platz ab. Die meisten Campingplätze haben Stromsäulen, an die du dein Zelt, deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil anschließt. Ohne Säule bleiben Akkus, eine tragbare Powerstation oder Solarmodule. Für beide Wege brauchst du zwei Zahlen: wie viel Leistung die Säule hergibt und wie viele Wattstunden deine Geräte am Tag verbrauchen.

Landstrom: der Anschluss an der Stromsäule

Auf Campingplätzen findest du üblicherweise blaue CEE-Steckdosen [1]. Für den Anschluss brauchst du einen CEE-Stecker mit drei Stiften [2]. Er ist für 16 Ampere ausgelegt, die blauen Camperstecker für Spannungen von 200 bis 250 Volt [3]. Wer ein Wohnmobil mietet, sollte das passende CEE-Kabel vom Vermieter mitbekommen und sich den Stromanschluss bei der Übergabe erklären lassen [2].

Ein vollständig abgerolltes Verlängerungskabel liegt in lockeren Schlaufen im Gras neben dem Rad eines Wohnwagens
Bild: KI-generiert

Für das Kabel empfiehlt der Touring Club Schweiz (TCS) einen Querschnitt von 2,5 Quadratmillimetern und eine Länge von 25 Metern. Rollen mit 50 Metern gibt es auch, in manchen Ländern sind aber höchstens 25 Meter erlaubt [3]. Steht die Säule weiter weg, fragst du an der Rezeption nach einem näheren Anschluss.

Nicht jede Säule hat CEE-Dosen. Je nach Land findest du Schuko-Steckdosen, Schweizer Steckdosen oder andere landesübliche Formen. Der TCS rät deshalb, passende Adapter mitzunehmen; manche Plätze verleihen sie an der Rezeption [3].

Die Kabeltrommel ganz abrollen

Eine Kabeltrommel musst du immer vollständig abrollen. Bleibt das Kabel aufgewickelt, kann es sich bei Last überhitzen [3]. CEE-Steckverbindungen und Kabeltrommeln für draußen sind gegen Spritzwasser geschützt. Eine verschließbare Box für die Steckverbindung, oft Kabelsafe genannt, hält zusätzlich Sand, Regen und Schmutz fern und verhindert, dass jemand die Verbindung versehentlich trennt [3].

Wie die Säulen abgesichert sind

Für elektrische Anlagen auf Camping- und Caravanplätzen gilt in Deutschland die Norm DIN VDE 0100-708, aktuell in der Ausgabe vom Februar 2010. Sie regelt die Stromkreise, die Freizeitfahrzeuge, Zelte und Mobilheime versorgen [4]. Seit dieser Ausgabe darf ein Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 Milliampere nur noch eine einzige Steckdose schützen [4]. Ein Fehler an deinem Kabel löst also nur deinen Anschluss aus und nicht den des Nachbarn.

Wie viel Leistung die Säule liefert

Die Stromsäulen auf Campingplätzen sind laut TCS mit 4 bis 16 Ampere abgesichert. Welcher Wert gilt, steht meist auf der Website des Platzes oder im Campingführer [3]. Bei 230 Volt Netzspannung entspricht das rechnerisch rund 920 Watt bei 4 Ampere und rund 3.700 Watt bei 16 Ampere. Der ADAC nennt für eine mit 16 Ampere abgesicherte blaue CEE-Steckdose 3,7 Kilowatt, etwa beim Laden eines Elektroautos [1].

Absicherung der Säulerechnerische Leistung bei 230 Volt
4 Ampererund 920 Watt
6 Ampererund 1.380 Watt
10 Ampererund 2.300 Watt
16 Ampererund 3.700 Watt

Alle Geräte, die gleichzeitig laufen, teilen sich diese Leistung. Die Leistung eines Geräts steht auf seinem Typenschild. Wasserkocher, Föhn und Heizlüfter brauchen viel Strom; laufen zwei davon gleichzeitig an einer schwach abgesicherten Säule, fliegt die Sicherung. Schalte die Geräte dann nacheinander ein und frag bei Bedarf an der Rezeption nach.

Wer ein Elektroauto oder ein Pedelec an der Säule laden möchte, fragt vorher den Platzbetreiber, ob das erlaubt ist und welche Stromstärke er freigibt [1]. Hinweise zum Laden unterwegs auf einer Radreise stehen auf der Seite Elberadweg mit dem E-Bike.

Den eigenen Strombedarf rechnen

Wie viel Energie du am Tag brauchst, ergibt sich aus der Leistung jedes Geräts in Watt mal seiner Laufzeit in Stunden. Das Ergebnis sind Wattstunden (Wh). Der ADAC rechnet so ein Beispiel vor: Eine Powerstation mit 1.000 Wattstunden betreibt eine Kühlbox mit 50 Watt rechnerisch etwa 20 Stunden [6].

In der Praxis steht weniger zur Verfügung, als auf dem Gerät steht. Im ADAC-Test von 2025 lag die nutzbare Kapazität der Powerstations im Schnitt 10 bis 15 Prozent unter der Herstellerangabe. Gründe sind der Eigenverbrauch der Elektronik, etwa des Wechselrichters, der aus dem Akkustrom 230 Volt macht, und eine Reserve, die der Akku zum Schutz seiner Lebensdauer nicht hergibt [6].

So gehst du vor:

  1. Schreib jedes Gerät mit seiner Leistung vom Typenschild oder Netzteil auf.
  2. Schätze, wie viele Stunden am Tag es läuft. Eine Kühlbox schaltet sich je nach Außentemperatur ein und aus; die Laufzeit hängt stark vom Wetter ab.
  3. Multipliziere Leistung und Stunden und addiere alle Werte. Das ist dein Tagesbedarf in Wattstunden.
  4. Zieh von der Nennkapazität des Akkus 10 bis 15 Prozent ab und teile durch deinen Tagesbedarf. So viele Tage reicht eine Ladung ungefähr.

Powerstation: Strom ohne Säule

Eine Powerstation ist ein tragbarer Akku mit Steckdosen und USB-Anschlüssen. Sie versorgt Geräte beim Camping, im Garten oder bei einem Stromausfall [6]. Der ADAC hat im Frühjahr 2025 acht Geräte mit 768 bis 1.440 Wattstunden geprüft, die schwersten wogen 17 Kilogramm [6]. Alle erreichten die angegebene Dauerleistung. Vier schnitten mit "gut" ab, zwei mit "befriedigend", zwei mit "mangelhaft" wegen eines Sicherheitsmangels [6].

Eine tragbare Powerstation auf einem Campingtisch neben einer Kühlbox und einer Laterne am Waldrand
Bild: KI-generiert

Der Mangel betraf die Ladeeingänge: Bei zwei Geräten waren die beiden Gleichstromeingänge, etwa für das Kfz-Bordnetz und für Solarmodule, nicht voneinander getrennt. Lädt man über beide gleichzeitig, kann Spannung von einer Quelle in die andere fließen und das 12-Volt-Bordnetz eines Fahrzeugs beschädigen [6].

Beim Kauf rät der ADAC, auf genug 230-Volt-, USB-A- und USB-C-Ausgänge zu achten, auf stabile Griffe wegen des Gewichts und auf einen Ruhemodus, weil die Geräte unter hoher Last laut werden. Strom sparst du, wenn du den Wechselrichter abschaltest, solange du nur USB-Geräte lädst, und Display sowie Bluetooth oder WLAN reduzierst [6]. Alle getesteten Geräte arbeiten mit Lithium-Ionen-Akkus [6]. Passende Ladekabel für die Steckdose und für das Bordnetz sollten beiliegen [6]. Die Geräte im Test konnten auch größere Verbraucher wie eine Kühltruhe oder einen Föhn betreiben [6]; wie lange, hängt wieder von der Rechnung aus Leistung und Stunden ab.

Solarmodule als Nachladung

Solarmodule laden eine Powerstation oder die Aufbaubatterie im Wohnmobil nach. Alle Geräte im ADAC-Test hatten mindestens einen Solareingang mit 200 Watt [6]. Die Leistung eines Moduls wird in Watt Peak angegeben. Das ist laut Verbraucherzentrale die höchste Leistung unter standardisierten Laborbedingungen und dient dem Vergleich zwischen Modulen [7]. Wie viel Strom ein Modul tatsächlich liefert, hängt von Schatten, reflektiertem Licht und Verschmutzung ab [7] und natürlich vom Wetter und vom Sonnenstand.

Ein aufgeklapptes Solarmodul steht auf einer sonnigen Wiese und ist mit einem Campingbus verbunden
Bild: KI-generiert

Für den Campingplatz heißt das: Ein Modul im Schatten unter Bäumen bringt nur einen Bruchteil seiner Nennleistung. Ein mobiles Modul, das du der Sonne nachdrehst, holt mehr heraus als ein flach liegendes. Wer im Frühjahr oder Herbst unterwegs ist, plant mit deutlich weniger Ertrag als im Hochsommer und nimmt die Säule als Rückfallebene dazu.

Strom im Wohnmobil und Wohnwagen

Wohnmobile und Wohnwagen haben ein eigenes 12-Volt-Bordnetz mit einer Aufbaubatterie. Über den CEE-Anschluss wird sie auf dem Platz geladen, im Wohnmobil auch während der Fahrt über die Lichtmaschine. Die Kabeltrommel mit Adapter zählt beim Wohnmobil zur Grundausstattung: Nach der EU-Verordnung 1230/2012 wird sie mit 4 Kilogramm schon in die Masse im fahrbereiten Zustand eingerechnet, ebenso eine Zusatzbatterie, wenn eine Halterung dafür vorhanden ist [8]. Alles, was du an Akkus, Powerstation oder Modulen zusätzlich mitnimmst, geht von der Zuladung ab. Wie viel du laden darfst, rechnest du mit dem Zuladungsrechner aus.

Gekocht wird im Wohnmobil meist mit Gas, und auch der Kühlschrank läuft oft wahlweise mit Gas oder Strom. Was du beim Kochen mit Gas und Strom beachtest, steht unter Kochen beim Camping. Ladegeräte, CEE-Kabel, Adapter und Kabeltrommel stehen auch auf der ADAC-Checkliste für den ersten Wohnmobilurlaub [2]; in unserer Packliste zum Abhaken findest du sie unter Technik. Wie du unterwegs ins Internet kommst und was Router und Antennen an Strom ziehen, erklärt Internet beim Camping.

  1. Organisation Mobile Wallboxen im Test. ADAC. Stand 04.07.2024. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen. ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Stromversorgung auf dem Campingplatz. Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz DIN VDE 0100-708:2010-02, Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 7-708: Caravanplätze, Campingplätze und ähnliche Bereiche (Normeintrag). DIN Media. Stand Februar 2010. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Mobile Powerstations im Test. ADAC. Stand 11.06.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist. Verbraucherzentrale. Stand 26.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Zuladung von Wohnmobilen im Vergleich: So schnell sind sie überladen. ADAC. Stand 31.08.2022. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.