Einstieg ins CampingRatgeber
Zelten: Camping mit dem Zelt
Zum Zelten brauchst du ein Zelt, das zu Personenzahl und Wetter passt, dazu Schlafsack, Isomatte und Kocher. Für Wände und Dach gelten 3.000 Millimeter Wassersäule als Empfehlung, für den Boden 5.000. Bau das Zelt auf ebenem Grund außerhalb von Senken auf, spanne es straff ab und pack es möglichst trocken ein.

Das Zelt ist die einfachste Art zu campen. Du brauchst ein Dach aus Stoff, einen warmen Schlafplatz und etwas zum Kochen, und schon kannst du mit dem Auto, dem Fahrrad oder der Bahn losfahren. Zur Grundausstattung beim Zelten zählt der ADAC Isomatten oder Luftmatratzen, Schlafsäcke und eine Kochausstattung [4]. Dafür liegst du näher am Wetter als in jeder anderen Unterkunft. Regen hörst du auf dem Dach, Kälte spürst du am Boden, und an heißen Tagen wird es unter dem Stoff schnell warm. Mit dem passenden Zelt und ein paar Handgriffen beim Aufbau bleibt es trotzdem trocken und bequem.
Welche Zeltform zu dir passt
Für den Campingplatz kommen vor allem vier Bauformen in Frage. Die Unterschiede liegen im Platz, im Gewicht und darin, wie gut das Zelt Wind verträgt [1].

- Das Tunnelzelt hat steile Wände, sodass sich etwa 90 Prozent der Grundfläche nutzen lassen. Es ist familienfreundlich, etwas schwerer und muss in Längsrichtung gegen den Wind abgespannt werden [1].
- Das Kuppelzelt ist leicht, schnell aufgebaut und steht auch ohne Heringe. Die schrägen Wände kosten aber Raum, Stehhöhe gibt es meist nur in der Mitte [1].
- Das Steilwandzelt bietet die beste Stehhöhe und Raumausnutzung. Es ist schwer, aufwendig im Aufbau, bietet dem Wind viel Fläche und gehört deshalb vor allem auf den Campingplatz [1].
- Aufblasbare Zelte stehen sehr schnell, weil Luftschläuche das Gestänge ersetzen. Ihre Windstabilität ist begrenzt [1].
Wer mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, achtet vor allem auf Gewicht und Packmaß. Für zwei Wochen auf demselben Platz mit dem Auto darf das Zelt schwerer sein, wenn es dafür mehr Raum und Stehhöhe bietet.
Wasserdicht und gut belüftet
Wie viel Wasser ein Zeltstoff abhält, gibt die Wassersäule an: Sie misst, welchem Wasserdruck das Material standhält. Je höher der Wert, desto besser. Nach DIN gilt ein Zelt schon ab 1.300 Millimetern als wasserdicht. PiNCAMP empfiehlt für Wände und Dach mindestens 3.000 Millimeter und für den Boden mindestens 5.000 Millimeter [1]. Der Boden braucht mehr, weil du mit Knien und Ellbogen auf nassem Untergrund Druck ausübst.
Ebenso wichtig ist der Aufbau aus zwei Lagen. Einwandige Zelte neigen zu Kondenswasser, das nachts an der Wand herabläuft. Für Familienzelte empfiehlt PiNCAMP deshalb ein zweiwandiges Zelt aus einem atmungsaktiven Innenzelt und einem UV-beständigen, wasserfesten Außenzelt [1]. Zwei Eingänge verbessern die Belüftung, und Moskitonetze an Türen und Fenstern halten Insekten draußen, wenn du nachts lüftest [1].
Beim Material gibt es zwei Richtungen. Polyester und Nylon sind leicht, haben ein kleines Packmaß und trocknen schnell; das passt zu häufigen Ortswechseln. Baumwolle und Baumwoll-Mischgewebe sorgen bei starker Sonne für ein angenehmeres Klima im Zelt und dichten bei Regen ab, weil die Fasern aufquellen. Sie sind aber schwerer und brauchen mehr Pflege [1].
Die richtige Größe
Die Personenangabe auf der Verpackung ist ein Anhaltspunkt. Rechne pro Person mit mindestens 60 Zentimetern Schlafbreite; die größte Person sollte bei mindestens 1,70 Metern Stehhöhe aufrecht stehen können [1]. Familienzelte gibt es für etwa drei bis acht Personen, getrennte Schlafkabinen bringen Privatsphäre, und eine Nummer größer bringt zusätzlichen Komfort [1]. Dazu kommt das Gewicht: Familienzelte wiegen meist 10 bis 20 Kilogramm, große Modelle über 50 Kilogramm. Für den Transport brauchst du dann ein Auto [1].
Den Platz für das Zelt wählen
Bevor du auspackst, schaust du dir den Untergrund an. PiNCAMP rät zu ebenem Gelände; kleine Unebenheiten lassen sich mit Sand, Erde oder Kies ausgleichen. Steine, Äste, Müll und Wurzeln räumst du weg, weil sie den Zeltboden beschädigen und unbequem sind [2]. Senken meidest du, denn bei Regen sammelt sich dort Wasser und es bleibt feucht [2].
Unter Bäume gehört das Zelt nicht: Es drohen Blitzschlag, herabfallende Äste und Zapfen, und Harz greift die Beschichtung an [2]. Ein schattiger Platz mit leichtem Wind schützt vor UV-Strahlung und sorgt für bessere Luft im Zelt. Der Eingang sollte nicht in die Hauptwindrichtung zeigen [2]. Direkt am Ufer von Seen und Flüssen nimmt nachts die Kondensation zu, etwas Abstand zum Wasser hilft [2]. An warmen Tagen kann eine Ausrichtung nach Osten angenehm sein: Die Morgensonne trocknet den Stoff, und nachmittags heizt sich das Zelt weniger auf [2].
Auf dem Campingplatz bekommst du einen Stellplatz zugewiesen oder suchst dir auf der Zeltwiese selbst einen aus. Dort gilt die Platzordnung des Betreibers, und wer dagegen verstößt, riskiert einen Platzverweis [3]. Zu den ungeschriebenen Regeln zählt der ADAC Südbayern die Nachtruhe ab 22 Uhr, Müll in die vorgesehenen Behälter und Ausrüstung, die nicht über den eigenen Stellplatz hinausragt [3]. Achte deshalb beim Abspannen darauf, dass deine Leinen und Heringe nicht auf dem Weg oder dem Nachbarplatz landen.
Das Zelt aufbauen
Kontrollier vor der Reise, ob alles im Packsack ist: Außen- und Innenzelt, Heringe, Abspannleinen, Bodenunterlage und Gestänge. Bau das Zelt vorher einmal zu Hause auf, damit es am Platz auch bei Regen, Wind oder Dunkelheit schnell geht [2]. Nach den Hinweisen von PiNCAMP bietet sich für ein Zelt mit Innen- und Außenzelt diese Reihenfolge an [2]:

- Innenzelt ausbreiten und den Eingang zur windabgewandten Seite drehen.
- Die Seite, die zum Wind zeigt, mit Heringen befestigen, ohne sie schon ganz abzuspannen.
- Das Gestänge mit dem Zelt verbinden: in Kanäle einfädeln oder nach dem Aufstellen in Haken einclippen.
- Das Außenzelt über das Innenzelt legen und am Boden befestigen, möglichst mit Helfern und in einem windstillen Moment.
- Das Außenzelt straff abspannen, Falten kontrollieren und prüfen, ob die Reißverschlüsse leicht laufen.
Bei Zelten für schlechtes Wetter kannst du zuerst das Außenzelt aufbauen, damit das Innenzelt trocken bleibt [2]. Heringe schlägst du nicht mit Gewalt ein. Stößt einer auf Stein, bindest du eine Zeltschnur an den Abspannpunkt und setzt den Hering versetzt. Nur gut verankerte Heringe halten Sturm und Böen stand [2]. Hängt das Außenzelt später durch und bildet Falten, spannst du die Leinen nach [2].
Kondenswasser und Regen
Morgens ist die Innenseite des Außenzelts oft nass, auch wenn es nicht geregnet hat. Das ist Kondenswasser aus Atemluft und kühler Nachtluft, und es entsteht besonders in schlecht belüfteten Zelten [2]. Lass deshalb die Lüftungsöffnungen offen, auch wenn es draußen kühl ist. Ein straff gespanntes Außenzelt berührt das Innenzelt nicht, sodass die Feuchtigkeit außen ablaufen kann.
Bei Regen zeigt sich, ob der Platz gut gewählt ist. In Senken sammelt sich Wasser [2]. Eine Unterlage unter dem Zelt darf nicht über den Zeltboden hinausragen, sonst läuft Regen darauf und staut sich unter dem Boden [2]. Unter Bäumen fallen die Tropfen unregelmäßig von den Ästen, was lauter und lästiger ist als gleichmäßiges Prasseln auf dem Dach [2].
Abbauen und trocknen
Abgebaut wird in umgekehrter Reihenfolge. Versuch, das Zelt möglichst trocken einzupacken. Ist das Außenzelt noch nass, packst du Innen- und Außenzelt getrennt ein oder lässt das Außenzelt kurz in der Sonne trocknen [2]. Schüttel das Zelt vor dem Einpacken gründlich aus, aber kehr es nicht mit einem Besen ab, weil Sand die Materialien beschädigt [2]. Zu Hause packst du es aus und hängst es zum Trocknen auf [2].

Wo du zelten darfst
Für den Urlaub mit Zelt ist der Campingplatz die Regel. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das Betreten der freien Landschaft zur Erholung, das Bundeswaldgesetz das Betreten des Waldes; die Einzelheiten regeln die Länder. Das Zelten nennt keines der beiden Gesetze ausdrücklich, und die Regeln für das Zelten außerhalb von Campingplätzen unterscheiden sich je nach Bundesland [3, 5, 6]. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie in Nationalparks ist Wildcampen in der Regel verboten, auf Privatgrundstücken brauchst du meist eine Genehmigung [3]. In Bayern umfasst das Betretungsrecht ausdrücklich nicht das Zelten; dafür ist die Zustimmung des Grundstückseigentümers nötig [3]. Was in den einzelnen Ländern gilt, steht unter Wildcampen in Deutschland.
Was du außer dem Zelt brauchst
Zum Zelt gehören Isomatten oder Luftmatratzen und Schlafsäcke, ein Kocher mit Geschirr, Stirnlampen mit Ersatzbatterien und Kleidung nach dem Schichtenprinzip [4]. Wie warm der Schlafsack sein muss und welche Isomatte dich vom kalten Boden trennt, erklärt Schlafsack und Isomatte richtig wählen. Alles Weitere stellst du mit der Camping-Packliste zum Abhaken zusammen. Wenn es dein erster Campingurlaub ist, hilft dir Camping für Anfänger bei Platzwahl und Buchung. Mit Zelt und Fahrrad lässt sich auch eine Radreise an der Elbe planen; Campingplätze und andere Unterkünfte entlang der Strecke stehen unter Übernachten am Elberadweg.
- Organisation Familienzelte im Visier: Worauf du beim Kauf achten solltest. PiNCAMP by ADAC. Stand 05.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Zeltaufbau leicht gemacht: Die besten Tipps aus der Praxis. PiNCAMP by ADAC. Stand 06.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Camping in und um Bayern: Tipps und Regeln für Einsteiger. ADAC Südbayern. Stand 23.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), § 59 Betreten der freien Landschaft. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Bundeswaldgesetz (BWaldG), § 14 Betreten des Waldes. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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