Campingregionen in MitteldeutschlandRatgeber
Camping im Harz
Im Harz liegen Campingplätze vom Brockengebiet bis an den Stausee Kelbra am Südrand. Im Nationalpark Harz sind Campen und Biwakieren nicht erlaubt, dort gelten Wegegebot und ein Verbot von offenem Feuer, auch für Grill und Kocher. Wer in einem teilnehmenden Ort den Gästebeitrag zahlt, fährt mit dem Harzer Urlaubsticket kostenfrei Bus.

Für Camper ist der Harz vor allem ein Wandergebiet mit rauem Wetter in den Hochlagen. Im Zentrum liegt der Nationalpark Harz mit dem 1.141 Meter hohen Brocken [1]. Campingplätze und Wohnmobilstellplätze gibt es rund um das Schutzgebiet, vom Brockengebiet bis an den Stausee Kelbra am Südrand [6]. Im Nationalpark selbst darfst du weder zelten noch biwakieren [2]. Wer das weiß und für Nebel, Wind und kalte Nächte packt, findet im Harz Plätze für Wanderurlaub, Badetage an Talsperren und Wintercamping.
Der Nationalpark Harz in Zahlen
Der Nationalpark Harz ist nach eigener Darstellung einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands [1]. Er ist knapp 25.000 Hektar groß und nimmt damit rund 10 Prozent der Fläche des Harzes ein [1]. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt [1]. Von den Randzonen auf etwa 230 Metern im Norden und 270 Metern im Süden steigt das Gelände bis auf die Brockenkuppe an [1]. Die natürliche Waldgrenze liegt im Harz schon bei 1.100 Metern, was die Nationalparkverwaltung mit den extremen Witterungsverhältnissen in den Hochlagen erklärt [1].
Rund 600 Kilometer beschilderte Wanderwege führen durch den Nationalpark [2]. Viele Camper nutzen deshalb einen Platz am Rand als Standquartier und wandern von dort in Tagesetappen. Dafür brauchst du kein Auto: Die Harzer Schmalspurbahnen verbinden nach Angaben des Harzer Tourismusverbands mehr als 20 Orte im Harz miteinander, dazu kommen regionale Buslinien [5].
Wetter am Brocken und im übrigen Harz
Das Wetter im Harz unterscheidet sich stark zwischen Hochlagen und Rand. Auf dem Brocken beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur nur rund 3,5 Grad Celsius (Mittelwert 1981 bis 2010); nur im Juli und August gibt es dort in der Regel keine Frosttage [1]. Der Brockengipfel liegt an mehr als 300 Tagen im Jahr zeitweise im Nebel, und in den Gipfellagen sind 1.800 Millimeter Niederschlag im Jahr keine Seltenheit [1]. Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit auf dem Gipfel betrug im November 1984 263 Kilometer pro Stunde [3]. Auch Schnee spielt eine Rolle: Am 14. und 15. April 1970 lag auf dem Brocken eine mittlere Schneehöhe von 3,80 Metern, Verwehungen erreichen gelegentlich bis 6 Meter [1].

Wie unterschiedlich die Höhenlagen sind, zeigt die Vegetation. Sechs Vegetationszonen reihen sich vom Tiefland bis zur Brockenkuppe aneinander [1]. Die Hauptvegetationszeit dauert am Harzrand 185 Tage und im Gipfelbereich des Brockens nur 95 Tage [1]. Wer im Mai am Harzrand bei Frühlingswetter das Zelt aufbaut, kann auf dem Brocken also noch Winterverhältnisse antreffen.
Der Oberharz hat nach Angaben des Harzer Tourismusverbands ein Jahresmittel von 5 bis 6 Grad Celsius und 1.000 bis 1.400 Millimeter Niederschlag [3]. Der Unterharz im Osten liegt im Regenschatten des Hochharzes; dort liegen die Temperaturen nur 1 bis 2 Grad unter denen des Harzvorlands, und der Jahresniederschlag nimmt nach Osten auf bis zu 650 Millimeter ab [3]. Für Camper heißt das: Ein Zelt in den Hochlagen braucht auch im Sommer einen warmen Schlafsack, während es am trockeneren Ostrand milder zugeht. Welche Ausrüstung bei Kälte hilft, steht unter Schlafsack und Isomatte richtig wählen.
Die Nationalparkverwaltung rät, sich vor einer Tour zum Brocken über die Wetterlage und Unwetterwarnungen zu informieren, weil im Hochharz plötzliche Wetterumschwünge auftreten können [1]. Bei Sturm oder starkem Schneefall solltest du den Wald meiden, auch einige Tage danach, weil Äste herunterfallen und geschädigte Bäume umstürzen können [2]. Wer im Winter in den Harz will, findet Hinweise zu Heizung, Kondenswasser und Ausrüstung unter Wintercamping.
Campingplätze und Stellplätze rund um den Harz
Die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt stellt in ihrer Campingübersicht mehrere Plätze im Harz vor [6]. Darunter sind ein Platz bei Elbingerode, von dem viele Wanderwege bis zum Brocken starten, ein Platz am Bremer Teich mit Stellflächen und Mietunterkünften am Wasser und ein Platz am Stausee Kelbra am Südharzrand mit Badestrand [6]. Ein Platz in Schierke liegt nach dieser Übersicht auf 640 Metern Höhe und ist der höchstgelegene Campingplatz im Harz [6]. Der Harzer Tourismusverband führt Campingplätze und Wohnmobilstellplätze als eigene Unterkunftsart in seinem Angebot [7]. Die Nennung einzelner Plätze ist keine Empfehlung; Öffnungszeiten, vor allem im Winter, und Preise erfährst du beim Platz.

Wer mit dem Wohnmobil kommt, erreicht den Harz laut Tourismusverband aus allen Richtungen; aus dem Norden führen die A7, die A36 und die A14 in die Region [5]. Steile Anfahrten in die Bergorte solltest du bei der Routenplanung mit einem schweren Fahrzeug bedenken.
Was im Nationalpark verboten ist
Der Nationalpark ist ein Schutzgebiet der höchsten Schutzklasse, mit mehr als 10.000 Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen [2]. Daraus folgen Regeln, die Camper kennen sollten. Grobe Verstöße gegen das Nationalparkgesetz ahndet die Verwaltung als Ordnungswidrigkeit [2].

Übernachten, Wege und Wasser
Campen und Biwakieren sind im Nationalpark nicht erlaubt; die Verwaltung verweist auf die Angebote touristischer Anbieter [2]. Im gesamten Gebiet gilt ein absolutes Wegegebot [2]. Auch die Gewässer stehen unter Schutz: Boote und Stand-up-Paddle-Boards sind dort nicht erlaubt, das Betreten von Eisflächen im Winter ist untersagt [2]. Radfahren ist auf den meisten Wanderwegen erlaubt, Wanderer haben Vorrang; Reiten nur auf gekennzeichneten Wegen [2]. Drohnen sind im ganzen Nationalpark verboten [2].
Feuer, Hunde und Müll
Offenes Feuer ist im Nationalpark verboten, und das schließt Grills und Outdoor-Kochgeschirr ein [2]. Den Gaskocher packst du also erst auf dem Campingplatz aus. Die Verwaltung bittet außerdem, nicht zu rauchen; Beim Rauchverbot verweist die Seite der Verwaltung auf Bußgelder bis 25.000 Euro nach dem Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt und dem Niedersächsischen Wald- und Landschaftsordnungsgesetz [2]. Feuerwerk ist im ganzen Gebiet ganzjährig verboten [2]. Bei Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr besonders im Frühling und Sommer schnell an; die Nationalparkverwaltung veröffentlicht deshalb Verhaltensregeln je nach aktueller Waldbrandgefahrenstufe [2]. Schau vor einer Wanderung im Sommer nach, welche Stufe gerade gilt, und achte auf Wegesperrungen, die die Verwaltung auf ihrer Webseite und im Gelände bekannt gibt [2].
Hunde sind willkommen, müssen aber stets an der Leine gehen [2]. Hundekotbeutel sollst du im Nationalpark nicht verwenden; das Geschäft darf etwas abseits des Weges liegen bleiben [2]. Jedes Jahr sammelt die Verwaltung über 1.000 Säcke Abfall ein [2]. Nimm deinen Müll deshalb wieder mit bis zum Platz. Beeren und Pilze bleiben im Nationalpark stehen, weil jedes Tier und jede Pflanze dort ihren Platz in der Nährstoffkette des Schutzgebiets hat [2]. Wer Tiere sehen möchte, verhält sich ruhig; die Verwaltung verweist dafür auf ihre Wildtier-Beobachtungsstationen [2]. Weitere Tipps für den Urlaub mit Hund stehen unter Camping mit Hund.
Mit Gästekarte ohne Auto unterwegs
In den Orten, die am HATIX teilnehmen, zahlen Übernachtungsgäste einen Gästebeitrag oder eine Kurtaxe [4]. Im Gegenzug gibt es Leistungen: Mit dem Harzer Urlaubsticket HATIX fahren Übernachtungsgäste, die in einem teilnehmenden Ort den Gästebeitrag oder die Kurtaxe zahlen, kostenfrei mit Bussen und Straßenbahnen in den Landkreisen Harz, Goslar, Göttingen und Mansfeld-Südharz [4]. In Mansfeld-Südharz und Göttingen gilt das nur auf ausgewählten Linien [4]. Zu den teilnehmenden Orten gehören unter anderem Wernigerode, Braunlage, Goslar, Thale, Ilsenburg, Bad Harzburg und Oberharz am Brocken [4]. Wer vom Gästebeitrag befreit ist, erhält kein HATIX [4]. Für die Züge der Harzer Schmalspurbahnen gilt das HATIX nicht [4].
Frag beim Einchecken, ob dein Platz in einem teilnehmenden Ort liegt und ob du die Gästekarte in Papierform oder digital bekommst. Mit dem Bus kommst du dann zu Startpunkten von Wanderungen, die als Strecke enden, ohne zum Auto zurückzumüssen.
Führerschein, Kennzeichen und Übernachten mit dem Wohnmobil
Für Wohnmobile gelten im Harz die Bundesregeln. Mit der Klasse B darfst du Wohnmobile bis 3,5 Tonnen fahren, mit der alten Klasse 3 bis 7,5 Tonnen [8]. Die vierte EU-Führerscheinrichtlinie sieht für Inhaber der Klasse B mit zusätzlicher Qualifikation Reisemobile bis 4,25 Tonnen vor; die nationalen Vorschriften müssen laut Caravaning Industrie Verband bis Ende November 2028 erlassen und spätestens Ende November 2029 angewendet werden, bis dahin bleibt es bei 3,5 Tonnen [9]. Mehr dazu unter Welcher Führerschein für Wohnmobil und Wohnwagen?.
Ein Saisonkennzeichen gilt für mindestens zwei und höchstens elf volle Monate; außerhalb dieses Zeitraums darf das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen weder in Betrieb gesetzt noch abgestellt werden [10]. Für eine Fahrt zum Wintercamping im Harz muss der Zeitraum also die Wintermonate umfassen. Wildcampen ist in Deutschland nicht erlaubt; mit dem Wohnmobil darfst du unterwegs nur übernachten, um wieder fahrtauglich zu werden, ohne Stühle und Tisch aufzustellen [11]. Was außerhalb des Nationalparks gilt, erklärt Wildcampen in Deutschland: was erlaubt ist.
Viele Harzreisen lassen sich mit der Elbe verbinden. Die Strecke durch Sachsen-Anhalt beschreibt Elberadweg in Sachsen-Anhalt, weitere Ziele im Land stehen unter Camping in Sachsen-Anhalt.
- Organisation Der Nationalpark Harz. Nationalparkverwaltung Harz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Verhalten im Nationalpark: Der Verhaltens-Knigge für den Besuch im Nationalparkgebiet. Nationalparkverwaltung Harz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Das Wetter im Harz. Harzer Tourismusverband e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mobil vor Ort: HATIX, das Harzer Urlaubsticket. Harzer Tourismusverband e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Anreise in den Harz. Harzer Tourismusverband e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Camping in Sachsen-Anhalt. Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (Sachsen-Anhalt Tourismus). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Unterkünfte im Harz. Harzer Tourismusverband e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wohnmobil: Welcher Führerschein ist nötig? (Anabel Greefe, Bastian Metzger). ADAC. Stand 21.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Führerscheinreform für Reisemobile: Caravaning-Industrie begrüßt neue EU-Regelung (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), § 10 Abs. 3 Saisonkennzeichen. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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