Einstieg ins CampingRatgeber

Was ist Camping?

Camping heißt, im Urlaub vorübergehend draußen zu wohnen, im Zelt, Wohnwagen, Wohnmobil oder in einer Mietunterkunft auf einem Campingplatz. Rechtlich sind Campingplätze Plätze, die zum vorübergehenden Aufstellen und Bewohnen von Wohnwagen oder Zelten bestimmt sind. 2025 zählte das Statistische Bundesamt knapp 44,7 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen.

Ein kleines Kuppelzelt auf einer Campingwiese am Fluss in der Morgendämmerung, Nebel über dem Wasser, davor Stuhl und Kocher
Bild: KI-generiert

Camping heißt, im Urlaub vorübergehend draußen zu wohnen: im Zelt, im Wohnwagen, im Wohnmobil oder in einer fertig eingerichteten Unterkunft auf einem Campingplatz. Du schläfst in einer Unterkunft, die du mitbringst oder die nur für kurze Zeit aufgestellt ist, und verbringst einen großen Teil des Tages im Freien. Auf deutschen Campingplätzen wurde noch nie so oft übernachtet. Das Statistische Bundesamt zählte 2025 knapp 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen, 4,2 Prozent mehr als im Jahr davor [3].

Was das Wort bedeutet

Der Duden erklärt Camping knapp als "das Campen" und führt das Wort auf das Englische zurück [1]. Im Alltag steht es für eine ganze Urlaubsform. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia beschreibt als Gemeinsamkeit aller Formen, dass nicht in Gebäuden übernachtet wird und die Zeit in der Natur oder auf möglichst naturnahen Plätzen verbracht wird [5].

Ein Campingplatz im Sommer mit Zelten, Wohnwagen und Campingbussen auf grünen Stellplätzen zwischen niedrigen Hecken
Bild: KI-generiert

Was rechtlich ein Campingplatz ist, regeln die Bundesländer selbst. In Nordrhein-Westfalen sind Campingplätze Plätze, die ständig oder wiederkehrend während bestimmter Zeiten des Jahres betrieben werden und zum vorübergehenden Aufstellen und Bewohnen von Wohnwagen oder Zelten bestimmt sind [2]. Als Wohnwagen gelten dort Wohnmobile und Wohnanhänger, die jederzeit ortsveränderlich sind. Die Verordnung gilt für Plätze mit mehr als drei Wohnwagen oder Zelten, und jeder Standplatz muss mindestens 70 Quadratmeter groß sein [2]. Zeltlager, die nur gelegentlich eingerichtet werden, und kommunale Wohnmobilstellplätze für eine kurze Übernachtung zählen dort ausdrücklich nicht dazu [2]. Für andere Bundesländer gelten eigene Vorschriften, deren Werte abweichen können.

Campingplatz und Wochenendplatz

Die nordrhein-westfälische Verordnung trennt den Campingplatz vom Wochenendplatz. Auf einem Wochenendplatz stehen Wochenendhäuser mit höchstens 50 Quadratmetern Grundfläche und 3,50 Metern Höhe; als solche gelten auch Wohnwagen, die nicht jederzeit ortsveränderlich aufgestellt sind [2]. Auf den Standplätzen eines Campingplatzes dürfen dagegen keine Wochenendhäuser, festen Anbauten oder Zäune errichtet werden. Die Standplätze müssen dauerhaft gekennzeichnet sein, und Zufahrten und innere Fahrwege müssen für die Feuerwehr befahrbar sein, in der Regel mindestens 5,50 Meter breit [2].

Wo gecampt wird

Der übliche Ort ist der Campingplatz. Er hat Standplätze für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile, ein Sanitärgebäude mit Toiletten und Duschen, meist Strom und Wasser und eine Rezeption. Viele Plätze vermieten zusätzlich Mobilheime oder Glampingzelte. In der Tourismusstatistik zählen Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen mit [3].

Für Wohnmobile gibt es außerdem Stellplätze. Sie sind oft günstig, du kannst zu jeder Tageszeit ankommen und musst dich meist nicht anmelden; der ADAC rät, auf der Route einen möglichen Notfallstopp auf einem Stellplatz einzuplanen [6]. Was auf Stellplätzen gilt, steht unter Was auf Stellplätzen erlaubt ist.

Frei in der Natur zu übernachten ist in Deutschland verboten, ebenso in den meisten anderen Ländern. Erlaubt ist unterwegs nur eine Übernachtung im Fahrzeug, um wieder fahrtüchtig zu werden, ohne Stuhl und Tisch vor der Tür [6]. Einzelheiten stehen unter Wildcampen in Deutschland: was erlaubt ist.

Die Formen des Campings

Camping ist keine einheitliche Urlaubsform. Je nach Unterkunft unterscheiden sich Aufwand, Kosten und Komfort stark.

  • Beim Zelten schläfst du in Schlafsack und Isomatte und baust jeden Tag auf oder ab, dafür kannst du auch mit Rad oder Bahn anreisen.
  • Der Wohnwagen ist ein Anhänger mit Betten und Küche, den du auf dem Platz abkoppelst.
  • Das Wohnmobil vereint Fahrzeug und Wohnung und eignet sich für Rundreisen.
  • Das Dachzelt wird auf dem Auto montiert und in wenigen Minuten aufgeklappt.
  • Beim Glamping wohnst du in fertig eingerichteten Mietunterkünften auf Campingplätzen [7].
  • Beim Dauercamping bleibt der Wohnwagen auf einem festen Stammplatz [9].

Einen Vergleich mit Führerschein, Kosten und Aufwand findest du unter Camping-Arten im Überblick.

Woher Camping kommt

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb 1953, die Campingbewegung komme aus England [4]. In Deutschland verbreitete sich das Zelten laut Wikipedia in den 1920er Jahren mit der sogenannten Wochenendbewegung; Faltbootfirmen entwickelten damals Zelte und Ausrüstung [5]. Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung [5].

Ein altes Firstzelt aus Baumwolle mit Holzstangen am Seeufer, daneben ein Faltboot, im Stil eines Schwarzweißfotos
Bild: KI-generiert

Nach dem Krieg begann der Aufbau neu. Laut dem FAZ-Bericht von 1953 fragten 1947 zwei amerikanische Offiziere und ein englischer Zivilist beim späteren Vorsitzenden des Clubs nach, was mit dem deutschen Camping los sei; ein Jahr später, 1948, wurde der Deutsche Camping-Club gegründet, dessen Geschäftsstelle in München lag [4]. Er trat kurz darauf dem internationalen Campingverband in Paris bei, dem damals 27 nationale Clubs angehörten [4]. Anfang 1953 verzeichnete sein Campingführer 200 anerkannte Plätze, seither waren nach dem Bericht etwa 100 weitere hinzugekommen. Frankreich hatte zu dieser Zeit schon rund 3.000 Plätze [4]. Mit dem Wirtschaftsaufschwung und mehr Autos wurde Camping in der Bundesrepublik eine neue, beliebte Urlaubsform [4].

In der DDR war Camping wegen der knappen offiziellen Ferienplätze ebenfalls sehr verbreitet. Wikipedia nennt unter Berufung auf den Historiker Stefan Wolle für das Ende der 1980er Jahre 529 Zeltplätze mit 20 Millionen Übernachtungen [5]. Der VW-Bus, den Volkswagen seit 1950 baute, wurde schon bald auch als Wohnmobil beliebt; 1960 waren in der Bundesrepublik über 20.000 "rollende Wochenendhäuser" zugelassen [9].

Camping in Zahlen

Seit 2005 haben sich die Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen mehr als verdoppelt [3]. Gegenüber 2019, dem Jahr vor der Pandemie, lag ihre Zahl 2025 um 24,9 Prozent höher. Nur in den Pandemiejahren 2020 und 2021 war der Anstieg unterbrochen; 2020 lag der Anteil des Campings an allen Übernachtungen bei 11,2 Prozent, weil die Übernachtungen insgesamt noch stärker einbrachen als die Campingübernachtungen [3]. Die wichtigsten Werte der amtlichen Statistik und des Branchenverbands:

KennzahlWert
Übernachtungen auf Campingplätzen 2025knapp 44,7 Millionen [3]
Übernachtungen auf Campingplätzen 200521,7 Millionen [3]
Anteil an allen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben 20259,0 Prozent [3]
Region mit den meisten Campingübernachtungen 2025Ostsee Schleswig-Holstein, 3,5 Millionen [3]
höchster Campinganteil einer Region 2025Fränkisches Seenland, 47,1 Prozent [3]
neu zugelassene Reisemobile 202575.368 [8]
neu zugelassene Caravans 202518.766 [8]
Preisanstieg Campingplatzgebühr 2020 bis 202528,7 Prozent [3]

Die beliebtesten Campingregionen liegen an der Küste und im Süden. Hinter der Ostsee Schleswig-Holsteins folgten 2025 der Schwarzwald mit 2,6 Millionen, die niedersächsische Nordseeküste mit 2,0 Millionen und das Allgäu mit 1,8 Millionen Übernachtungen [3]. Gäste aus dem Ausland campten am häufigsten im Schwarzwald, dort zählte die Statistik 735.000 Übernachtungen ausländischer Gäste [3]. Auch im Osten gibt es Regionen, in denen Camping eine große Rolle spielt: Im Lausitzer Seenland entfielen 37,3 Prozent aller Übernachtungen auf Campingplätze [3].

Camping ist damit auch teurer geworden. Die Gebühren für Wohnmobilstellplätze stiegen von 2020 bis 2025 um 32,2 Prozent, die Verbraucherpreise insgesamt um 21,9 Prozent [3]. Der Caravaning Industrie Verband meldete für 2025 zudem einen Rekord bei gebrauchten Fahrzeugen: 192.239 Reisemobile und Caravans wechselten den Besitzer [8].

Wie ein Tag auf dem Campingplatz aussieht

Der Alltag auf dem Platz ist einfacher als zu Hause und braucht trotzdem mehr Zeit. Wasser holst du an der Zapfstelle oder füllst den Tank an der Station, gespült wird im Sanitärgebäude, und der Weg zur Dusche führt über die Wiese. Gekocht wird auf dem Gaskocher oder in der kleinen Bordküche, gegessen meist draußen. Die Platzordnung regelt Ruhezeiten, Grillen und den Umgang mit Hunden; sie hängt an der Rezeption aus oder liegt bei der Anmeldung bei.

Ein Mann um die fünfzig kocht auf einem kleinen Gaskocher am Campingtisch vor einem Wohnwagen im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Dazu kommen ungeschriebene Regeln. Der ADAC nennt einige davon: Camper helfen sich gegenseitig, betreten keine fremden Parzellen und parken ihre Fahrzeuge möglichst in dieselbe Richtung, damit alle etwas Privatsphäre haben. Der Frischwasserschlauch im Sanitärbereich ist nicht zum Ausspülen der Toilettenkassetten da, und Abwasser wird nur an den vorgesehenen Stellen abgelassen [6]. Ruhezeiten, Leinenpflicht für Hunde und Grillregeln erfragst du am besten gleich bei der Ankunft [6].

Wetter spielt eine größere Rolle als im Hotel. Regen hörst du auf dem Zeltdach, und an heißen Tagen wird es im Zelt oder Wohnmobil schnell warm. Dafür bist du den ganzen Tag draußen, und die Wege zum See oder in den Wald sind oft kurz.

Wie du anfängst

Für den ersten Versuch wählst du eine Campingart, einen gut ausgestatteten Platz in der Nähe und wenige Nächte. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung von der Platzwahl bis zur ersten Nacht steht unter Camping für Anfänger: der erste Urlaub. Plätze zwischen Harz, Elbe und den Seen im Osten stellen wir unter Campingregionen in Mitteldeutschland vor. Wer Camping mit einer Radreise verbinden will, findet Plätze und Unterkünfte entlang des Flusses unter Übernachten am Elberadweg.

  1. Camping (Wörterbucheintrag). Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Gesetz Verordnung über Camping- und Wochenendplätze (Camping- und Wochenendplatzverordnung, CW VO) Nordrhein-Westfalen vom 24.03.2011. Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen. Stand Fassung gültig ab 01.01.2019. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung Nr. N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Der Deutsche Camping-Club (1953), Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 01.02.1953, abgedruckt in Kleßmann/Wagner: Das gespaltene Land. German History in Documents and Images (Deutsches Historisches Institut Washington). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Camping. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen (Andrea Steichele-Biskup). ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Glamping: glamouröses Campen. Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Über 94.000 Neuzulassungen: Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz (Presse-Information). Caravaning Industrie Verband (CIVD). Stand 19.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Geschichte des Reisens: Camping. Planet Wissen (WDR). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.