Ausrüstung fürs CampingRatgeber

Wasser und Toilette beim Camping

Frischwasser füllst du mit einem eigenen, sauberen Trinkwasserschlauch oder Kanister nach und lässt unbehandeltes Wasser nicht länger als etwa drei Tage im Tank. Toilettenkassette und Grauwasser leerst du nur an einer Entsorgungsstation, nie in einen Gully, weil viele Straßenabläufe direkt in Gewässer führen.

Eine Frau um die vierzig füllt an einer Versorgungsstation den Frischwassertank eines Campingbusses mit einem grünen Schlauch
Bild: KI-generiert

Wasser holst du beim Camping an der Zapfstelle, und was du verbraucht hast, muss wieder weg. Im Zelt erledigst du das mit Kanister, Spülschüssel und dem Sanitärgebäude des Platzes. Im Wohnwagen und Wohnmobil kommen ein Frischwassertank, ein Tank für das Abwasser aus Spüle und Dusche (Grauwasser) und meist eine eigene Toilette dazu. Für beide Fälle gilt: Trinkwasser bleibt nur sauber, wenn Schlauch, Kanister und Tank sauber sind, und Abwasser gehört an die Entsorgungsstation.

Frischwasser holen und tanken

Der ADAC rät Wohnmobilisten, bei der Ankunft auf dem Platz zuerst zur Entsorgungsstation zu fahren und dort den Frischwassertank zu füllen, bevor sie sich auf ihren Stellplatz stellen [1]. Wo kein Schlauch hinreicht, hilft eine Gießkanne beim Nachfüllen [1].

Ein Mann trägt einen vollen blauen Wasserkanister mit Hahn über eine Campingwiese zu seinem Zelt
Bild: KI-generiert

Den Schlauch, der auf vielen Plätzen an der Zapfstelle hängt, solltest du laut Touring Club Schweiz (TCS) nicht benutzen. Besser ist ein eigener, gut vorgespülter Schlauch oder ein eigener Kanister. Auch der muss sauber sein: Ein Schlauch, der stundenlang in der Sonne lag, kann unhygienisch sein [2]. Für Trinkwasser gibt es eigene Schläuche, gekennzeichnet etwa mit dem Arbeitsblatt DVGW W 270. Das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg schreibt in einem Merkblatt zur Trinkwasser-Ersatzversorgung, dass normale Garten- oder Druckschläuche für Trinkwasser nicht zulässig sind [3].

Wasser im Zelt

Ohne Tank trägst du dein Wasser im Kanister vom Zapfhahn zum Zelt. Ein Kanister mit Hahn steht auf dem Campingtisch und dient als Waschbecken und Wasserspender zugleich. Spülwasser leerst du an der Spülstelle des Platzes. Wie viel Wasser du für Kochen und Abwasch einplanst, hängt vom Speiseplan ab; Hinweise dazu stehen unter Kochen beim Camping.

Für den Kanister gelten im Kleinen dieselben Regeln wie für einen Tank. Das Merkblatt aus Baden-Württemberg richtet sich an Betreiber von Einzelwasserversorgungen und nennt für den Transport von Trinkwasser Behälter, die nach den Vorgaben für Kunststoff im Trinkwasser (KTW) und dem Arbeitsblatt DVGW W 270 geeignet sind. Als geeignet gelten auch Behälter für flüssige Lebensmittel nach gründlicher Vorreinigung. Behälter, in denen vorher Chemikalien, Kraftstoff, Lösungsmittel oder Abwasser waren, dürfen dafür nicht verwendet werden. Das Material soll glatt und leicht zu reinigen sein [3]. Ein Kanister, in dem vorher Chemikalien oder Kraftstoff waren, gehört also nicht ins Campinggepäck.

Wie lange Wasser im Tank frisch bleibt

Unbehandeltes Wasser lässt sich laut TCS als Faustregel etwa drei Tage problemlos lagern. Danach hängt es von Temperatur, Licht und anderen Umständen ab [2]. Wird das Wasser laufend verbraucht und nachgefüllt, ist das unbedenklich. Steht das Fahrzeug ungenutzt, lässt du das Wasser ab [2].

Viel Wasser im Tank kostet außerdem Gewicht. Der ADAC empfiehlt, mit möglichst leerem Tank zu fahren, weil das Energie spart [1], und nennt an anderer Stelle etwa 15 Liter als Füllung für die Fahrt [4]. Was du an Wasser über die vom Hersteller eingerechnete Fahrbefüllung hinaus mitnimmst, zählt zur Zuladung [4]. Wie viel das bei deinem Fahrzeug ausmacht, rechnest du mit dem Zuladungsrechner aus.

Tank und Leitungen reinigen

Nach einer langen Standzeit können Tank und Leitungen verkeimt sein. Der TCS beschreibt eine Reinigung durch Spülen und Verdünnen, für die er keine Desinfektion für nötig hält [2]:

  1. Den Tank mit sauberem Wasser und einem Tuch auswischen. Rötliche oder sandige Rückstände sind laut TCS möglich.
  2. Den Tank halb füllen, das Wasser aufwirbeln und ablassen. Das zweimal wiederholen.
  3. Danach eignet sich das Wasser zum Zähneputzen und Duschen. Nach zwei weiteren Spülgängen ist es auch zum Trinken geeignet.
  4. Für die Leitungen den Tank halb füllen und über den Wasserhahn ganz leeren, ohne die Pumpe trocken laufen zu lassen. So prüfst du gleich Pumpe und Anschlüsse.

Der TCS schränkt ein, dass das Verfahren nicht bei jeder Anlage zuverlässig sauberes Wasser bringt, weil Alter und Lagerung von Tank und Leitungen eine Rolle spielen [2]. Bei stark verschmutzten Tanks oder Leitungen kann ein Austausch nötig sein [2]. Für die Wasserkonservierung gibt es Zusätze auf Chlor- oder Silberionenbasis. Laut TCS dürfen Silberionen in Deutschland nicht mehr zur Aufbereitung von Trinkwasser verwendet werden [2]. In der Liste zulässiger Aufbereitungsstoffe des Umweltbundesamts nach § 20 Trinkwasserverordnung (Stand Januar 2023) kommt Silber nicht vor [8]. Verkeimtes Wasser wird auch durch Silberionen nicht trinkbar [2].

Ohne Chemie kommen zwei andere Wege aus. Einfache chemiefreie Filter sorgen dafür, dass nur sauberes Wasser in den Tank gelangt. Ein UV-Tauchstrahler im Tank tötet Bakterien laut TCS zuverlässig, ist aber teuer [2]. Nach langer Lagerung hilft auch eine Reinigung mit Gebissreinigertabletten, die einen halben Tag einwirken und danach gründlich ausgespült werden [2].

Wasser unklarer Herkunft

In südlichen Ländern wird Wasser oft mit Chlor haltbar gemacht. Zum Zähneputzen eignet es sich, Kindern und empfindlichen Erwachsenen kann es beim Trinken auf den Magen schlagen [2]. Der TCS rät, Trinkwasser dort in großen Gebinden im Supermarkt zu kaufen [2]. Das Merkblatt aus Baden-Württemberg beschreibt das Abkochen bei einem Abkochgebot so: Wasser einmal sprudelnd aufkochen und dann mindestens zehn Minuten langsam abkühlen lassen [3].

Welche Toilette im Wohnmobil steckt

Der ADAC unterscheidet mehrere Systeme [5]. Am häufigsten ist die Kassettentoilette, auch Chemietoilette genannt. Sie hat einen Tank für Spülwasser und einen für die Fäkalien. Die Kassette ziehst du von außen aus dem Fahrzeug, oft hat sie Rollen. Zusätze im Fäkalientank sollen die Zersetzung fördern und Gerüche verhindern [5].

Ein kleines sauberes Bad in einem Wohnmobil mit Kassettentoilette und kleinem Waschbecken
Bild: KI-generiert

Daneben gibt es [5]:

  • die Zerhackertoilette, die den Inhalt zerkleinert und in einen festen Tank pumpt; sie braucht Strom und je Spülgang etwa 1 bis 2 Liter Wasser,
  • die Trockentrenntoilette, die Urin und Feststoffe in zwei Behälter trennt; Streu aus Sägespänen oder Kokos lässt die Feststoffe trocknen,
  • die Verschweißtoilette, die alles in einem Folienbeutel sammelt und ihn auf Knopfdruck luftdicht verschließt,
  • die Verbrennungstoilette, die ohne Wasser und Chemie mit Gas oder Strom arbeitet und Asche hinterlässt.

Für Chemietoiletten empfiehlt der ADAC mikrobiologische, kläranlagenverträgliche Zusätze in der Dosierung des Herstellers. Trockentoiletten brauchen keine Chemie [5]. In der Schweiz sind bestimmte Sanitärflüssigkeiten mit dem Biozid Bronopol verboten, und manche Campingplätze lassen sie nicht zu [5]. Wer die eigene Toilette nicht nutzen möchte, geht auf dem Campingplatz in die Sanitärgebäude [1].

Kassette und Grauwasser richtig entsorgen

Die Toilettenkassette leerst du an der Entsorgungsstation über den Ausgießstutzen; manche Plätze haben dafür einen Automaten, der eine Gebühr kostet. Wegen der Zusätze darf der Inhalt nicht in einen normalen Abfluss [5]. Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät außerdem davon ab, die Kassette zu Hause in die Toilette zu kippen, besonders wenn das Haus an einer kleinen Kläranlage hängt: Die chemischen Zusätze können dort die Bakterien schädigen, die das Abwasser biologisch reinigen [6]. Eine Zerhackertoilette schließt du mit einem Schlauch an die Station an [5].

Bei der Trenntoilette kommen die Feststoffe in den Hausmüll oder auf den Kompost, am besten mit Handschuhen; den Urin gießt du in eine normale Toilette. Verschweißte Beutel gehören in den Restmüll [5].

Auch das Grauwasser aus Spüle und Dusche lässt du nur an dafür vorgesehenen Stellen ab [1], also an Entsorgungsstationen auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen. Bist du unsicher, ob eine Gemeinde Abwasser annimmt, fragst du dort nach [6]. Entsorgungsstationen in der Nähe zeigt unter anderem die ADAC Drive App [5]. Ein Mietfahrzeug gibst du mit geleertem Grau- und Abwassertank zurück [1]. Die Chemietoilette leerst du vor der Heimfahrt; jedes Kilo weniger spart Sprit [1].

Duschen und Sanitärgebäude

Im Zelt und auf den meisten Campingplätzen duschst du im Sanitärgebäude. Was es dort gibt, ist von Platz zu Platz verschieden; der ADAC zählt saubere Sanitäranlagen und Waschmöglichkeiten zu den Kriterien bei der Platzwahl [7]. Ob Duschen im Preis enthalten sind oder extra kosten, steht in der Preisliste des Platzes.

Ein modernes Sanitärgebäude aus Holz auf einem Campingplatz zwischen Birken, ein Kiesweg führt zur offenen Tür
Bild: KI-generiert

Die Toilettenpflege im Wohnmobil ist schnell erledigt: warmes Wasser, ein biologischer Reiniger und ein weicher Schwamm reichen; aggressive Putzmittel solltest du meiden [5]. Was du an Zubehör für Wasser und Toilette einpackst, findest du in der Camping-Packliste. Welche Regeln auf Stellplätzen gelten, auch zum Ablassen von Wasser, steht unter Was auf Stellplätzen erlaubt ist. Wer ohne Platz in der Natur übernachten will, liest vorher Wildcampen in Deutschland.

  1. Organisation Urlaub mit dem Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen. ADAC. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Trinkwasser-Hygiene in Wohnmobil und Wohnwagen (Olivier Lucy). Touring Club Schweiz (TCS). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Trinkwasser-Ersatzversorgung aus Tankfahrzeugen oder anderen Behältern bei Einzelwasserversorgungen (Merkblatt). Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Stand 19.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Zuladung von Wohnmobilen im Vergleich: So schnell sind sie überladen. ADAC. Stand 31.08.2022. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Die Campingtoilette erklärt: Von der Funktionsweise bis zur Entleerung. ADAC. Stand 02.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Umweltbewusstes Camping für saubere Gewässer (Pressemitteilung Nr. 10/2025). Bayerisches Landesamt für Umwelt. Stand 11.04.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Familien-Camping richtig planen: Die große Vorbereitungs-Checkliste. ADAC. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Liste zulässiger Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren nach § 20 der Trinkwasserverordnung. Umweltbundesamt. Stand Januar 2023. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.