Recht und KostenRatgeber

Was Camping kostet: Platzgebühr, Kurtaxe und eigenes Fahrzeug

Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlte in der Hochsaison 2026 auf deutschen Campingplätzen im Schnitt 41 Euro pro Nacht, Stellplatz für Wohnmobil oder Wohnwagen inbegriffen. In Thüringen waren es 34 Euro, in Brandenburg 45 Euro. Dazu kommen je nach Ort Kurtaxe, Strom und die Anreise, mit eigenem Fahrzeug außerdem Steuer, Versicherung und Hauptuntersuchung.

Ein Paar sitzt am Abend an einem Klapptisch vor einem Wohnwagen auf einer Wiese
Bild: KI-generiert

Was ein Campingurlaub kostet, hängt an wenigen großen Posten: der Platzgebühr pro Nacht, der Kurtaxe am Urlaubsort, dem Strom und der Anreise. Wer ein eigenes Wohnmobil oder einen Wohnwagen hat, trägt dazu die festen Kosten des Fahrzeugs, auch in den Monaten, in denen es steht. Auf dieser Seite stehen Durchschnittspreise mit Quelle und Stand, die Regeln für Kurtaxe und Kfz-Steuer und ein durchgerechnetes Beispiel. Mit dem Campingkosten-Rechner rechnest du deinen eigenen Urlaub mit den Preisen deines Platzes durch.

Was eine Nacht auf dem Campingplatz kostet

Das Campingportal PiNCAMP des ADAC hat für seine Preisanalyse 2026 die Übernachtungspreise der Hochsaison von rund 2.300 Campingplätzen in zwölf Ländern ausgewertet. Gerechnet wird der Gesamtpreis pro Nacht für zwei Erwachsene und ein Kind bis zehn Jahre mit Stellplatz für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mit Zugfahrzeug. Zeltplätze sind nicht enthalten [1].

Wohnwagen und Wohnmobile stehen auf einem Campingplatz mit Hecken zwischen den Stellplätzen
Bild: KI-generiert

In Deutschland kostete diese Nacht im Schnitt 41 Euro, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der europäische Durchschnitt lag bei 49 Euro. Günstiger als Deutschland waren nur Norwegen mit 38 und Schweden mit 40 Euro, am teuersten Kroatien mit 73 Euro [1]. Für die Länder in Mitteldeutschland und ihre Nachbarn nennt die Analyse diese Werte [1]:

BundeslandPreis pro Nacht, Hochsaison 2026Veränderung zum Vorjahr
Thüringen34 Europlus 1 Prozent
Sachsen-Anhalt38 Eurominus 3 Prozent
Sachsen39 Europlus 8 Prozent
Niedersachsen39 Europlus 11 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern43 Europlus 9 Prozent
Brandenburg45 Europlus 5 Prozent

Thüringen war damit das günstigste Bundesland, Brandenburg das teuerste. Sachsen-Anhalt war das einzige Land, in dem die Preise sanken. Stadtstaaten und das Saarland fehlen wegen zu geringer Fallzahlen [1]. Plätze mit fünf Sternen der ADAC-Klassifikation kosteten in Deutschland im Schnitt 57 Euro pro Nacht [1]. Für einzelne Plätze sagen die Durchschnittswerte wenig. Maßgeblich ist die Preisliste des Platzes, auf dem du übernachten willst.

Kurtaxe und andere Abgaben

In Kur- und Erholungsorten verlangt die Gemeinde von Übernachtungsgästen eine Kurtaxe oder einen Kurbeitrag. Sie gilt auch auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen. Höhe, Befreiungen und Ermäßigungen legt jede Gemeinde in einer eigenen Satzung fest. Ein Beispiel ist Wernigerode im Harz mit dem Luftkurort Schierke. Die Satzung gilt seit dem 01.01.2025 und nennt diese Regeln [2]:

Ein kleines Rezeptionshäuschen aus Holz an der Einfahrt eines Campingplatzes im Mittelgebirge
Bild: KI-generiert
  • Die Kurtaxe beträgt 3,50 Euro pro Person und Tag.
  • An- und Abreisetag zählen zusammen als ein Tag.
  • Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr zahlen nichts.
  • Kinder vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zahlen die Hälfte.
  • Das dritte und jedes weitere Kind einer Familie mit mehreren Kindern unter 18 ist befreit.
  • Zahlungspflichtig sind ausdrücklich auch Nutzer von Campingplätzen und Wohnmobilstellflächen. Der Platz zieht die Kurtaxe ein.

Andere Orte haben andere Sätze und Befreiungen. Frag an der Rezeption nach der Satzung. In Wernigerode muss der Vermieter sie den Gästen zugänglich machen, etwa als Aushang [2].

Wie stark die Preise gestiegen sind

Camping ist in den letzten Jahren teurer geworden, stärker als die Preise im Schnitt. Nach dem Statistischen Bundesamt kostete eine Übernachtung auf einem Wohnmobilstellplatz 2025 32,2 Prozent mehr als 2020. Die Campingplatzgebühr stieg im selben Zeitraum um 28,7 Prozent, Übernachtungen aller Unterkunftsarten um 26,9 Prozent und die Verbraucherpreise insgesamt um 21,9 Prozent [3]. Gleichzeitig wurde so viel gecampt wie nie: 2025 zählte das Amt knapp 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen, 4,2 Prozent mehr als 2024 und rund 9 Prozent aller Übernachtungen in Deutschland [3]. Die meisten Campingnächte entfielen auf die Ostseeküste Schleswig-Holsteins mit 3,5 Millionen. In Mitteldeutschland fällt das Lausitzer Seenland auf: Dort fanden 37,3 Prozent aller Übernachtungen der Region auf Campingplätzen statt, nach dem Fränkischen Seenland mit 47,1 Prozent einer der höchsten Anteile [3].

Ältere Preisangaben aus Foren, Reiseberichten oder Prospekten liegen deshalb oft zu niedrig. Rechne mit den Preisen der laufenden Saison.

Feste Kosten für Wohnmobil und Wohnwagen

Mit eigenem Fahrzeug zahlst du jedes Jahr Steuer, Versicherung und in festen Abständen die Hauptuntersuchung, egal wie oft du campst. Die Kfz-Steuer für Wohnmobile richtet sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht und der Schadstoffklasse [4]. Je angefangene 200 Kilogramm gelten diese Sätze [5]:

Ein Mann prüft in einer Einfahrt die Kupplung zwischen Auto und weißem Wohnwagen
Bild: KI-generiert
Schadstoffklassebis 2.000 kgüber 2.000 kgHöchstbetrag
mindestens S 416 Euro10 Euro800 Euro
S 3, S 2 oder S 124 Euro10 Euro1.000 Euro
keine dieser Klassen40 Euro10 Euro bis 5.000 kg, darüber mehrkeiner

Ein Wohnmobil mit 3.500 Kilogramm Gesamtgewicht und mindestens Schadstoffklasse S 4 kostet damit 240 Euro im Jahr: zehnmal 16 Euro für die ersten 2.000 Kilogramm und achtmal 10 Euro für die restlichen 1.500 Kilogramm, weil auch angefangene 200 Kilogramm zählen [5].

Ein Wohnwagen ist steuerlich ein Anhänger. Er kostet 7,46 Euro je angefangene 200 Kilogramm, höchstens 373,24 Euro im Jahr [5]. Bei Anhängern mit starrer Deichsel und Zentralachsanhängern, zu denen die meisten Wohnwagen gehören, wird das Gesamtgewicht vorher um die Stützlast gemindert [4]. Ein Wohnwagen mit 1.500 Kilogramm und 75 Kilogramm Stützlast wird also mit 1.425 Kilogramm besteuert, das sind acht angefangene 200-Kilogramm-Stufen und 59,68 Euro im Jahr.

Fährt das Fahrzeug mit Saisonkennzeichen, dauert die Steuerpflicht nur so lange, wie das Kennzeichen geführt werden darf, mindestens aber einen Monat [7]. Bei einer Saison von April bis Oktober zahlst du also für sieben Monate. Pflicht ist außerdem die Haftpflichtversicherung, für Wohnmobile ebenso wie für Wohnwagen als Anhänger, und zwar unabhängig davon, ob der Anhänger gerade angekuppelt ist [8]. Die gesetzlichen Mindestsummen betragen je Schadenfall 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,3 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für reine Vermögensschäden [9]. Was die Versicherung kostet, hängt vom Vertrag ab; Preise einzelner Versicherer nennen wir nicht.

Zur Hauptuntersuchung muss ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate. Ein Wohnmobil über 3,5 bis 7,5 Tonnen muss in den ersten 72 Monaten alle 24 Monate und danach jährlich zur Prüfung. Wohnwagen bis 750 Kilogramm gehen erstmals nach 36 Monaten, schwerere bis 3,5 Tonnen alle 24 Monate [6]. Die Prüfgebühr nennt die Prüfstelle. Was ein Saisonkennzeichen an Steuer und Versicherung ändert, steht unter Saisonkennzeichen für Wohnmobil und Wohnwagen, welche Policen es für Fahrzeug und Inhalt gibt, unter Welche Versicherungen Camper brauchen.

Rechenbeispiel: eine Woche im Harz

Ein Beispiel mit den Durchschnittswerten von oben: Zwei Erwachsene und ein achtjähriges Kind fahren mit dem Wohnwagen für sieben Nächte auf einen Campingplatz in Wernigerode. Für die Platzgebühr nehmen wir den Durchschnitt für Sachsen-Anhalt von 38 Euro pro Nacht [1]. Die Kurtaxe rechnet sich nach der Satzung der Stadt mit sieben Tagen, weil An- und Abreisetag zusammen als ein Tag zählen [2].

PostenRechnungBetrag
Platzgebühr7 Nächte mal 38 Euro266,00 Euro
Kurtaxe Erwachsene2 Personen mal 7 Tage mal 3,50 Euro49,00 Euro
Kurtaxe Kind7 Tage mal 1,75 Euro12,25 Euro
Summe Platz und Kurtaxe327,25 Euro

Nicht enthalten sind Strom, falls der Platz ihn getrennt nach Zähler abrechnet, ein Hund, Duschen oder Waschmaschine gegen Gebühr, Lebensmittel und die Fahrt. Der Durchschnittspreis ist ein Mittelwert aus vielen Plätzen. Ein Platz direkt am See oder mit Schwimmbad kann deutlich darüber liegen, ein einfacher Naturplatz darunter.

Wo du sparen kannst

Die Reisezeit macht in Deutschland weniger aus als am Mittelmeer. Außerhalb der Hochsaison lagen die Preise hierzulande im Schnitt 11 Prozent unter dem Hochsaisonniveau, europaweit 29 Prozent. An der Küste von Mecklenburg-Vorpommern betrug der Abschlag 24 Prozent [1]. Ein Platz an der Küste kostete in Deutschland im Schnitt nur rund 1 Prozent mehr als im Binnenland, in Frankreich dagegen 49 Prozent mehr [1].

Größere Unterschiede gibt es zwischen den Regionen. Der Abstand zwischen Thüringen und Brandenburg betrug 11 Euro pro Nacht [1], in einer Woche also 77 Euro. Bei der Kurtaxe lohnt ein Blick in die Satzung: Wer kleine Kinder hat oder mit drei und mehr Kindern reist, zahlt in Wernigerode für einen Teil der Familie nichts [2].

Wie Campingregionen in Mitteldeutschland im Vergleich aussehen, zeigen Camping in Thüringen und Camping im Harz. Wer mit dem Rad an der Elbe entlang fährt und dort zeltet, findet die Kosten dieser Reiseform unter Was eine Radreise am Elberadweg kostet.

  1. Organisation PiNCAMP Preisanalyse 2026: Camping in Deutschland bleibt günstig (Pressemitteilung). PiNCAMP GmbH, Campingportal des ADAC. Stand 12.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Satzung zur Erhebung einer Kurtaxe in der Stadt Wernigerode. Stadt Wernigerode, veröffentlicht von der Wernigerode Tourismus GmbH. Stand in Kraft seit 01.01.2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Camping boomt weiter: 44,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 (Pressemitteilung N020). Statistisches Bundesamt. Stand 30.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz § 8 KraftStG: Bemessungsgrundlage. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz § 9 KraftStG: Steuersatz. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz Anlage VIII StVZO: Untersuchung der Fahrzeuge, Nummer 2.1. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  7. Gesetz § 5 KraftStG: Dauer der Steuerpflicht. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz §§ 1 und 1a PflVG: Versicherungspflicht, Fahrzeugbegriff. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  9. Gesetz Anlage zu § 4 Abs. 2 PflVG: Mindestversicherungssummen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.